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Konvergenzberichte

Estland

20. Oktober 2004 Estland erfüllt mit Ausnahme des Wechselkurskriteriums schon heute alle Maastricht-Kriterien. Mit einem Überschuß im Haushalt von 3,1 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Jahre 2003 und einer Verschuldung von nur 5,3 Prozent des BIP erweckt es den Neid der neuen und alten EU-Staaten. Problematisch könnte nur die Inflation werden, sofern Estland nicht weiterhin Disziplin übt und bei den Sozialpartnern Lohnzurückhaltung fördert, heißt es. Die durchschnittliche Inflationsrate betrug im vergangenen Jahr 2,0 Prozent. Das hohe Leistungsbilanzdefizit hängt nach Meinung der EZB mit dem hohen Kreditwachstum zusammen; dies müsse eingedämmt werden. In diesem Zusammenhang sei es auch notwendig, die Finanzaufsicht zu stärken. Auch einige Detailvorschriften in der Zentralbankgesetzgebung werden kritisiert. Die hohe Arbeitslosigkeit verlange nach besser funktionierenden Arbeitsmärkten. Angesichts der niedrigen Staatsverschuldung hat die EZB für Estland keinen vergleichbaren langfristigen Zinssatz ermitteln können, um dieses Konvergenzkriterium zu prüfen. Dies werde aber nicht als Verletzung der Vorschriften gewertet, heißt es.

Text: C.K. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2004, Nr. 246 / Seite 12

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