15. April 2008 Börsenfachleute bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wieder schlechter. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen sank im April um 8,7 auf minus 40,7 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten mit dem dritten Anstieg in Folge auf minus 29,0 Zähler gerechnet. Neue Höchststände des Euro und des Ölpreises trüben die Erwartungen wieder ein, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter 307 Analysten und Anlegern. Der vormonatige leichte Optimismus der Finanzanalysten war anscheinend nur ein kleines Zwischenhoch.
Kein Anlass zu stärkerem Konjunkturpessimismus
Die hohe Teuerung dämpfe die Kaufkraft und schwäche den Konsum. Schwächere Auftragseingänge bei den Unternehmen signalisierten zudem eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik. Gleichwohl besteht derzeit kein Anlass zu stärkerem Konjunkturpessimismus, sagte Franz. Die Wirtschaft könne in diesem Jahr um rund 1,7 Prozent wachsen. Die Börsianer bewerteten die Lage etwas besser als noch im März. Dieser Teilindikator verbesserte sich um 1,1 auf 33,2 Zähler. Volkswirte hatten mit 32,5 Zählern gerechnet.
Die ZEW-Konjunkturerwartungen für den Euro-Raum trübten sich im April aber ebenfalls deutlich ein. Der Euro-Indikator sank im Vergleich zum Vormonat um 9,8 Punkte auf minus 44,8 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum nahm im April um 3,9 Punkte auf 15,5 Punkte ab.
Marktbeobachter: Nicht überbewerten
Marktbeobachter betonten, der überraschende Rückgang dürfe nicht überbewertet werden. Wie auch die Aufhellung der Konjunkturerwartungen in den beiden Vormonaten besitze der jüngste Rückgang kaum Aussagekraft für die weitere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, kommentierte Dekabank-Analyst Andreas Scheuerle. Zu erklären sei die Stimmungseintrübung möglicherweise mit zuletzt schwachen Zahlen von Unternehmensseite, wodurch Konjunkturängste Auftrieb erhalten hätten.
Die Postbank hält den konjunkturellen Pessimismus der befragten Finanzanalysten für weit überzogen. Gleichwohl sollten Belastungen wie die Finanzmarktkrise nicht spurlos an der deutschen Konjunktur vorbeigehen. Den deutlichen Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen im April führt die Postbank auf anhaltende Belastungsfaktoren wie die Krise an den internationalen Finanzmärkten, den starken Euro und die hohen Ölpreise zurück. Zudem dürfte auch die hohe Inflation eine Rolle gespielt haben, die den Privaten Verbrauch bremsen könnte.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, F.A.Z.
Kommentar: Japanisches ![]()
Rohöl-Förderung: Es wird wieder mehr gebohrt
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.272,21 | -1,28 |
| TecDax | 734,26 | -0,60 |
| DowJones | 11.288,54 | +0,65 |
| Nasdaq | 2.245,38 | -0,27 |
| STOXX 50 | 3.275,20 | -1,67 |
| Nikkei 225 | 13.237,89 | -0,21 |
| S&P 500 Zert. | 12,61 | +0,08 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,01 |
| Bund Future | 111,54 | +0,36 |
| Gold | 932,30 | +0,03 |
| Öl | 145,16 | +0,10 |
