Es ist schon erstaunlich, daß selbst die FAZ auf eine derart irreführende Statistik-Meldung hereinfällt (oder etwa nicht?). Es ist zwar richtig, daß beim BIP-Wachstum die "VERÄNDERUNG GEGENÜBER DEM VORQUARTAL" (!) von 0,3% im 4. Qu. 2007 auf 1,5% im 1. Qu. 2008 angestiegen ist. Damit hat man sich aber offensichtlich die "schönste" Zahl zu Propagandazwecken herausgesucht (und entsprechend geht die Medien-Stimmungs-Dampfwalze los). Die nüchternen Zahlen: Veränderung zum Vorjahres-Qu. Vor-Qu. 2006 - I 3,4 0,9 2006 - II 1,6 1,3 2006 - III 2,7 0,7 2006 - IV 3,7 1,0 2007 - I 3,4 0,6 2007 - II 2,5 0,2 2007 - III 2,4 0,7 2007 - IV 1,6 0,3 2008 - I 1,8 1,5 Beachtet man die "VERÄNDERUNG GEGENÜBER DEM VORJAHRESQUARTAL" beim BIP-Wachstum, wird die Propaganda offensichtlich ! prof-dr-schmelz@web.d
... und nicht mit ökonomischen Ansätzen des Klassenkampfes aus dem 19. Jhd. die Mitleser langweilen - das kann ich manchem Meinungsäußerer hier nur raten. Die in Deutschland hergestellten "Verbrauchsgütermassen" werden schon seit langem primär außerhalb Deutschlands konsumiert, das ist es ja gerade, was unsere Wirtschaft derzeit so robust macht. Zweiter wichtiger Faktor für die derzeitige relative Robustheit unserer Wirtschaft ist die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre (die jetzt leider zu Ende scheint - die Suppe werden in der Tat primär die Arbeitnehmer selbst in den kommenden Jahren auslöffeln...), die dem Standort Deutschland einen komparativen Kostenvorteil bei den Lohnstückkosten gebracht hat. Wir sollten uns auf diese Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg besinnen und durch relative Lohnzurückhaltung und weiterhin harte Qualitätsarbeit dafür sorgen, dass unser Standort attraktiv, unsere Produkte hochwertig und in punkto Preis/Leistung "preiswert" bleiben. Dann werden unsere Produkte auch künftig weltweit nachgefragt und es wird uns allen hierzulande dauerhaft gut gehen. Gewerkschafter und Altlinke haben hingegen keinen Beitrag zur Zukunft zu leisten.
Solche Nachrichten sind grundsätzlich als unseriös zu bezeichnen, weil die erhobenen Daten stets die des Augenblicks sind und wie bei den Klimaexperten je nach politischer Gesinnung rauf- oder runtermodelliert werden. Entscheidend und bestimmend für Deutschland ist die zur Zeit beängstigend hohe Inflationsrate von inoffiziell an die 10%, auf deren Basis wegen Wertverlust leicht ein Wachstum von 1,5% errechnet werden kann. Außerdem drücken die Staatschulden von bald 1.6 Billionen Euro jeden Aufschwung ins Abseits, wenn trotz wachsendem Bruttoinlandsprodukt keine Tilgung erfolgt. Solange unsere Regierungen sich gegen den Willen der Bevölkerung regelmäßig erlauben können, die Staatsaufgaben und Staatsausgaben ständig zu erweitern, um damit die Ressors der Verwaltung zu aufzustocken, gleichzeitig aber auch nachhaltig die Kosten um einen Betrag zu erhöhen, der jährlich und regelmäßig prozentual über dem Bruttoinlandsprodukt liegt, kann die FAZ berichten, was immer sie will. Bevor der Bericht an der Öffentlichkeit ist, ist er schon durch die aktuellen Ereignisse überholt. Deutschlands Zukunft wird durch unfähige, nicht nachhaltige und kurzsichtige Politik des Parteienkonsens zerstört.
Unsere Geldmenge in Deutschland wächst nach wie vor mit großem Tempo, genauer mit einer Jahresrate von 5% Es ist eigentlich ärmlich, dass dann nur 2-3% Wirtschaftswachstum herauskommen. Aber das ist ja logisch, denn das Geld landet immer ganz schnell in den Schatullen unserer Meudalherren, die es schon längst nicht mehr ausgeben können. Aber das Geldmengenwachstum (seit 1948 - Währungsreform - ist die Geldmenge M3 im Schnitt um 10% jährlich gewachsen) verlangsamt sich seit 2005 deutlich. Die breite Bevölkerung wird schon bald merken, wie ihr das Geld ausgeht. Dann ist bestmmt Schluss mit den Schönwetterreden der Ökonomen!
....in Printmedien ; Funk und Fernsehen etwas weniger schwarzgemalt würde, hätten wir ja fast garkeinen Grund zu klagen......das wär ja mal was für die selbsternannten Fachleute und Prognostiker ;-)
Vor dem Überschwappen der US-Krise ein letztes Aufbäumen. Die riesigen Profite, welche die Konzerne in den letzten Jahren gemacht haben aufgrund der Lohnsenkungsoffensive, wurden zum Teil reinvestiert. Eine Erneuerung des Produktionsapparates ist von Zeit zu Zeit notwendig, um dann auf erhöhtem Niveau weiter zu produzieren. Wer aber wird die dann herstellbaren gesteigerten Verbrauchsgütermassen kaufen ? Die deutschen Mittelschichten und das Prekariat bestimmt nicht.