15. Mai 2008 Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal trotz der Finanzkrise so kräftig gewachsen wie seit fast zwölf Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 1,5 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2007 zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das ist das stärkste Wachstum seit Frühjahr 1996. Die deutsche Wirtschaft hat sich am Anfang des Jahres 2008 auch bei zunehmenden Belastungsfaktoren als sehr robust erwiesen, schrieben die Statistiker. Über das gesamte erste Quartal gesehen, hat sich der wirtschaftliche Aufschwung des vergangenen Jahres damit unvermindert fortgesetzt.
Angekurbelt wurde die Wirtschaft vor allem von steigenden Investitionen der Unternehmen. Auch der private Konsum legte zu. Vom Außenbeitrag kamen dagegen keine positiven Wachstumsimpulse. Details wollen die Statistiker in zwei Wochen bekanntgeben.
Milder Winter - hohe Bautätigkeit
Eine große Rolle für den überraschenden Aufschwung zu Jahresbeginn spielte wahrscheinlich die hohe Bautätigkeit. Wegen der milden Wintertemperaturen produzierte die Bauwirtschaft 10,5 Prozent mehr als im kalten Herbst 2007. Das verarbeitende Gewerbe, vor allem die Investitionsgüterhersteller, erhöhte die Produktion um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Nach wie vor hat die deutsche Industrie ein dickes Auftragspolster, auch wenn die Bestellungen zuletzt geringer ausfielen.
Dass es mitten in der Finanzkrise bessere Nachrichten von der deutschen Konjunktur geben würde als zunächst erwartet, hatte sich schon seit Mittwochabend abgezeichnet: Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Walther Otremba hatte 0,9 Prozent Wachstum im ersten Quartal und 0,1 Prozent Wachstum im zweiten Quartal als nicht unplausibel bezeichnet. Selbst diese Einschätzung, die schon als positive Überraschung galt, ist nun noch übertroffen worden.
Abkühlung erwartet
Für das gesamte Jahr 2008 sagen Fachleute allerdings eine Konjunkturabkühlung voraus. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. 2007 waren es noch 2,5 und 2006 sogar 2,9 Prozent.
Als wichtigster Grund für die erwartete Abschwächung gilt die internationale Finanzkrise, die das Wachstum bei wichtigen Handelspartnern wie den Vereinigten Staaten damit auch die Nachfrage nach deutschen Exportprodukten dämpft.
Text: Reuters
Bildmaterial: AP
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.392,70 | -0,75 |
| TecDax | 720,24 | -0,19 |
| DowJones | 11.380,87 | +0,28 |
| Nasdaq | 2.286,15 | +0,26 |
| STOXX 50 | 3.326,67 | -0,83 |
| Nikkei 225 | 13.334,76 | -1,97 |
| S&P 500 Zert. | 12,50 | -2,34 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,08 |
| Bund Future | 110,82 | -0,11 |
| Gold | 923,15 | -0,49 |
| Öl | 124,98 | -1,22 |
