Ölpreis

Diesel so teuer wie nie zuvor

13. März 2008 Ein Liter kostete am Mittwoch im bundesweiten Schnitt 1,355 Cent und war damit teurer als beim bisherigen Rekordstand im vergangenen November, wie der ADAC in München am Donnerstag mitteilte.

Super-Benzin kostete am Mittwoch im bundesweiten Schnitt 1,442 Cent und lag damit nur 1,4 Cent unter dem Allzeithoch vom vergangenen November. ADAC und der Auto Club Europa forderten die Mineralölkonzerne auf, die Kraftstoffpreise während der Osterferien nicht noch weiter zu erhöhen. Hauptgrund für die Preissteigerung ist der hohe Ölpreis, der weiter anstieg. Auch der Kurs des Euro und der Preis für Gold setzten ihre Höhenflüge fort.

Geringe Preisdifferenz zum Benzin

Diesel sei derzeit „deutlich überteuert“, kritisierte der ADAC. Dies zeige auch die geringe Preisdifferenz zum Benzin von nur 8,7 Cent. Allein aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung müsste Diesel demnach um 22 Cent billiger sein. Die Ferienzeit dürfe nicht dafür herhalten, die Preisschraube weiter nach oben zu drehen, erklärte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker. Der Auto Club Europa (ACE) forderte die Kartellbehörde auf, gegen „kollektiven Preiswucher“ einzuschreiten. Nicht jeder Preissprung an den Zapfsäulen lasse sich mit den massiv gestiegenen Ölpreisen auf den Weltmärkten rechtfertigen.

Der Ölpreis in New York kletterte am Donnerstag weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Light Sweet Crude kostete 110,70 Dollar und damit so viel wie nie. In London notierte ein Barrel der Nordseesorte Brent, die für die Spritpreise hierzulande entscheidend ist, bei 106,80 Dollar. Gründe für den steten Anstieg seien die „sehr, sehr hohe Nachfrage“, aber auch Spekulationen, sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, der Deutschen Welle. Mit dem hohen Ölpreis steigen auch die Preise für Gas und Strom.

Schwacher Dollar wirkt sich aus

Daneben ist der schwache Dollar verantwortlich für den hohen Preis des Öls, das in der US-Währung gehandelt wird. Der Dollar fiel am Morgen auf den niedrigsten Stand zum japanischen Yen seit November 1995. Er rutschte zeitweise unter 100 Yen. Auch der Euro stieg weiter auf die neue Rekordhöhe von 1,5625 Dollar. Eine Finanzspritze der Notenbanken am Dienstag hatte den Kurs des Euro nur für kurze Zeit auf unter 1,53 Dollar drücken können. Seitdem steigt die europäische Gemeinschaftswährung wieder unaufhaltsam.

Händler rechnen mit einer weiteren Leitzinssenkung in den USA in der kommenden Woche. Sie würden Anlagen in Euro noch attraktiver machen. Die Sorge um die schwächelnde US-Wirtschaft ließ die Aktienkurse weltweit einbrechen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) in Frankfurt am Main gab um 2,7 Prozent nach.



Text: AFP
Bildmaterial: AP

Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 6.422,30 +0,03
TecDax 827,16 +0,24
DowJones 11.543,96 -1,46
Nasdaq 2.367,52 -1,83
STOXX 50 3.365,63 +0,18
Nikkei 225 13.072,87 +2,39
S&P 500 Zert. 12,95 +1,17
Euro/Dollar 1,47 +0,23
Bund Future 114,16 -0,12
Gold 829,80 +0,00
Öl 113,83 -0,54
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