Neue OECD-Konjunkturprognose

Amerika droht der Stillstand - Deutschland bleibt verschont

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20. März 2008 Angesichts der schlimmsten Krise seit Jahrzehnten auf den internationalen Finanzmärkten droht der amerikanischen Wirtschaft nach Einschätzung der OECD der Stillstand. Im ersten Quartal rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lediglich mit einem Wachstum von 0,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Im zweiten Quartal sei sogar mit einem Nullwachstum - also einer Stagnation - zu rechnen, erklärte die Organisation am Donnerstag in Paris in ihrem Zwischenbericht. Dagegen erhöhte die OECD ihre Prognose für Deutschland.

Außerdem ist ein wichtiges Konjunkturbarometer für Amerika im Februar abermals und damit zum fünften Mal in Folge gefallen. Der Index, der auf zehn wichtigen amerikanischen Wirtschaftsdaten beruht, sank um 0,3 Prozent. Das teilte das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Donnerstag in New York mit. Vor allem ein schwächerer Arbeitsmarkt und Bausektor sowie die Erwartungen der Verbraucher drückten das Barometer nach unten. Der Index gibt Aufschluss über die amerikanische Wirtschaftsentwicklung über die nächsten drei bis sechs Monate. Schon in Januar war das Konjunkturbarometer den Angaben zufolge nach revidierten Daten um 0,4 Prozent gefallen.

Prognose für Deutschland leicht erhöht

„Das Wirtschaftswachstum der USA wird in den ersten beiden Quartalen sehr schwach sein“, sagte OECD-Chefökonom Jorgen Elmeskov. Von einer Rezession - einem Schrumpfen - zu sprechen, sei vielleicht zu früh. Doch die Wirtschaftsleistung werde immer schwächer.

Gleichzeitig erhöhte die OECD ihre Wachstumsprognose für Deutschland leicht: Die deutsche Wirtschaft werde im ersten Quartal 2008 voraussichtlich um 0,6 Prozent im Vorjahresvergleich wachsen, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Dezember vorhergesagt. „Man muss klar sagen, dass das erste Quartal soweit wohl besser läuft als gedacht“, sagte OECD-Deutschlandexperte Felix Hüfner. Die Aufwärtsrevidierung sei Folge der guten Zahlen für Deutschland, etwa in der Industrieproduktion, am Bau oder beim ifo Geschäftsklima- Index. „Die Auftragslage ist stabil, der Export läuft gut.“

Zinssenkung im Euroraum macht nach OECD-Meinung keinen Sinn

„Wir spüren bislang keine großen Auswirkungen der Krise“, sagte Hüfner. Grund sei unter anderem, dass die deutschen Unternehmen weniger abhängig von externer Finanzierung seien. Es sei aber auszuschließen, dass die Finanzkrise und der starke Euro Deutschland auch künftig nicht berühren werden. Es komme nur noch auf den Zeitpunkt und die Stärke der Auswirkungen an. Für das zweite Quartal rechnet die OECD mit einem Wachstum von 0,4 Prozent.

Für den Euroraum soll das Wachstum bei 0,5 im ersten und 0,6 Prozent im zweiten Jahresviertel liegen. Hier macht ein Konjunkturprogramm oder eine Zinssenkung nach Meinung von Elmeskov derzeit keinen Sinn. So liege die Inflation angetrieben von hohen Preisen für Öl, Rohstoffe und Nahrungsmittel bereits „oberhalb eines angenehmen Niveaus“ und die Wirtschaftsleistung wiederum nur wenig unterhalb des Potenzials. In den Vereinigten Staaten werde das realwirtschaftliche Wachstum trotz des Konjunkturprogramms der Regierung auch in der nächsten Zeit schwach bleiben, sagte Elmeskov. Die Finanzkrise war ursprünglich vom Einbruch des amerikanischen Immobilienmarktes ausgegangen.



Text: DPA
Bildmaterial: AP, reuters

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STOXX 50 3.862,91 +0,21
Nikkei 225 14.219,48 -0,23
S&P 500 Zert. 14,25 +1,28
Euro/Dollar 1,56 +0,00
Bund Future 113,46 -0,09
Gold 899,85 +0,00
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