24. April 2008 Die Bundesregierung rechnet für das kommende Jahr mit einem deutlich abgeschwächten Wirtschaftswachstum. Nach 1,7 Prozent in diesem Jahr werde 2009 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch um 1,2 Prozent steigen. Das sagte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am Donnerstag bei der Präsentation der neuen Regierungsprognose.
Die deutsche Wirtschaft sei trotz weltweiter Risiken aber in ordentlicher Verfassung, fügte Glos hinzu. Es gehe aufwärts - trotz Gegenwind. Die Wirtschaft sei dynamisch in das Jahr 2008 gestartet. Wir sehen daher keinen Anlass, von unserer Vorausschätzung in der Jahresprojektion für das Jahr 2008 vom Januar abzuweichen, ergänzte der Minister.
Regierung vorsichtiger als Institute
Führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in der vergangenen Woche in ihrem Frühjahrsgutachten einen BIP-Anstieg von 1,8 Prozent im laufenden und von 1,4 Prozent im kommenden Jahr prognostiziert. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,5 Prozent gewachsen. Aufgrund einer geringeren Zahl von Arbeitstagen und einem daraus resultierenden Wirtschaftswachstum im Jahresdurchschnitt sei die Frühjahrsprognose der Bundesregierung vorsichtiger als die der Institute, sagte Glos.
Zudem hätten die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2009 eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von unter drei Millionen Personen prognostiziert, sagte der Minister. Er sehe diese Marke als Herausforderung für die Wirtschaftspolitik. Die Arbeitslosigkeit werde 2008 ebenso wie 2009 im Schnitt bei etwa 3,2 Millionen liegen.
Der Minister sagte weiter, die Koalition müsse bei ihren Reformen hart bleiben und die Unternehmen zur Schaffung neuer Jobs ermuntern. Nur wenn wir Kurs halten und Flagge zeigen bei der Fortsetzung unserer Reformpolitik, wird uns das gelingen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa, ddp
Bildmaterial: AP
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