
J.M. Keynes lehrte Oekonomie in Cambridge, war aber im Sommer 1914 ins GB-Finanzministerium berufen. Zu diesem Zeitpunkt - infolge des Ersten Weltkrieges - waren die britischen Banken von ihren Gläubigern abgeschnitten und hatten kein Geld mehr in den Kassen!
Keynes ist hochaktuell in Europa, wo das grösste Problem die Arbeitslosigkeit ist und die Lösung heisst immer noch keynsianisch: die Beschäftigung stimulieren durch die Geldpolitik (tiefe Zinsen) und die Finanzpolitik (Investitionsprogramme), da die Regierungen (im Wesentlichen) nur über diese zwei Instrumente verfügen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Was Keynes aber nie erlebte (er starb 1946), war das riesige Wachstum des Public Sectors post-WW2.
Laut dem Centre for Economics and Business Research in London macht der Public Sector heute 43 Prozent der GB-Wirtschaft aus, dennoch wächst die Produktivität im Public Sector (Beispiel Grossbritannien ab 1997) nur halb so schnell wie die Produktivität der gesamten britischen Wirtschaft. Das gibt einem zu denken, oder?
P.S. Warum die Wirtschaft mal rauf und mal runter geht hat mit der Politik (ev. Regierungswechsel alle 4 Jahre wieder) zu tun, was m.M.n. destabilisierend auf eine Volkswirtschaft wirkt. Für die nötige Kontinuität die eine Wirtschaft braucht sorgt eine Politik der direkten Demokratie ("mainstream") - wie in der Schweiz praktiziert.
F. Huber