Michael Arndt: "Wenn das so ist, hat er eindeutig seinen Beruf verfehlt" Stimmt! Lassen Sie mich daran, und in einer Stunde herrscht Ordnung. Als mir in meiner Kindheit erzählt wurde, Geld sei ein knappes Gut, wußte ich schon, das Notenbankerin mein Beruf ist. Trichet sollte Mönch werden. Da ist er richtig. Es soll hoffen und beten, daß die Inflation sich wenigstens nicht beschleunige.
mit seiner "Lohn-Preis-Spirale". Wir haben seit ca. 2 Jahren eine angebotsinduzierte Inflation und beileibe keine nachfrageinduzierte. Ebenso lange lamentieren er und seine Kollegen von der EZB darüber, dass man die Inflation nicht tolerieren dürfe. Wenn das so ist, hat er eindeutig seinen Beruf verfehlt. Im Übrigen ist der Trick, die entscheidenden Preistreiber je nach Belieben aus dem Warenkrob genau so alt und irreführend, wie die Zusammensetzung des Warenkorbs selber. Die offizielle Inflationsrate glaubt doch heute eh' kein Mensch mehr...
Ich bin fast verrückt, wenn ich täglich Benzinpreise sehe. Ich kann nur sagen, dass ich die Regierung unsere Löhne anpassen werde und dann möchte ich sehen, ob sie weiter sowas mit dem armen Volk machen werden.
11%, später auf 8% gesenkt.
In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts konnte die damalige Krise noch durch das Abschöpfen der Massenkaufkraft mittels eines weltweiten Produktionsboomes gehändelt werden. Diesmal wird jedoch weltweit bereits in solchen Überkapazitäten produziert, bei gleichzeitiger "relativer" Verarmung der Massenkaufkraft, daß ein neuer Absatzboom nicht mehr möglich ist. Die übermotorisierten Automonster stehen auf Halde, die Menschen müssen wieder auf das Fahrrad umsteigen, da sie sich weder die Benzinpreise, noch die überteuerten Autos leisten können. Dies ist eine "relative" Überproduktion, da genügend Geld vorhanden ist, dies jedoch weltweit ungleich verteilt ist; d.h. die Mehrheit der Weltbevölkerung hat von dem vorhanden Reichtum nichts abbekommen. Die "invisible hand" hat mal wieder versagt.
Ob man nun die Benzinkosten ein- oder ausklammert -- so oder so wirken sie sich unmittelbar auf die Kaufkraft und den Konsum aus. Wer höhere Benzinkosten hat, um täglich an den Arbeitsplatz zu gelangen, der kann halt weniger kaufen. Höhere Benzinkosten verteuern zudem den Transport von Nahrungsmitteln, was natürlich ebenfalls auf den Verbraucher abgewälzt wird. Wer den Ölpreis aus der Inflationsrate ausklammert, täuscht nur sich selbst.
Mich wundert ehrlichgesagt, dass die Inflationserwartungen in den USA doch relativ niedrig sind ... Bei diesem riesen Haushaltsdefizit, der laxen Geldpolitik, der Dollarschwäche (insbesondere unter Berücksichtigung der stark defizitären US Leistungsbilanz) hätte ich noch höhere Inflationsraten erwartet, selbst wenn man andere externe Faktoren (Ölpreis, Nahrungsmittelpreise etc.) ausblendet. Natürlich heizt die laxe Geldpolitik, sinkende Zinsen und schlechte Konjunkturaussichten die Abwertung des Dollar an, was nicht unbedingt gut ist ... Was machen eigentlich die Banken und Unternehmen, die sich in Euro verschuldet haben und deren Anleihen demnächst fällig werden ? Dann muss die FED die Zinsen noch mehr senken und die Amis geraten in eine Abwärtsspirale ... Naja .... Dumm gelaufen USA .... Nach der Party jetzt der Kater .... Nur schade, dass ihr alle mit runter reisst ... wobei .... danke Europa und Asien sind die USA ja nicht mehr alleinverantwortlich für die Weltwirtschaft