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Home > Wirtschaft >, 9. Nov. 2009

Konjunktur
Der Außenhandel erholt sich

Trotz des starken Euros haben sich die deutschen Exporteure von ihrem Rückschlag im August gut erholt. Sie verkauften im September 3,8 Prozent mehr Waren ins Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der zweitstärkste Anstieg der vergangenen drei Jahre. Der im August erlittene Umsatzrückgang von 2,8 Prozent wurde damit mehr als wettgemacht.

„Es geht Schritt für Schritt aufwärts”, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Axel Nitschke. „Made in Germany” ist vor allem in Asien wieder begehrt. „Besonders in China und dem arabischen Raum steigt die Nachfrage nach deutschen Waren”, sagte Nitschke

Exportschlager wie Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge und andere Investitionsgüter seien gefragt. „Es gibt Regionen in der Welt, in denen wieder investiert wird - davon profitieren wir.” Allerdings erschwert der starke Euro das Geschäft mit dem nach Frankreich wichtigsten Handelspartner, den Vereinigten Staaten. Der Euro hatte im September Kurs auf die Marke von 1,50 Dollar genommen, die er zu Wochenbeginn dann abermals überschritt. Das verteuert deutsche Waren im Dollarraum.

Einfuhr legt zu

Die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends stehen dennoch gut: Die exportabhängige Industrie meldet seit sieben Monaten stetig steigende Aufträge - vor allem aus dem Ausland. Als Indiz für die Erholung gilt auch der kräftige Anstieg der Einfuhr: Sie legte im September mit 5,8 Prozent so stark zu wie seit über einem Jahr nicht mehr. Experten sehen darin ein Signal dafür, dass sich die Unternehmen wegen der besseren Auftragslage mit Rohstoffen und Vorprodukten eindecken, die sie für den Produktionsprozess benötigen.

Trotz des Aufwärtstrends erwartet der Branchenverband BGA für 2009 einen Exporteinbruch von 18 Prozent. In den ersten neun Monaten lag das Minus mit 22 Prozent deutlich darüber. „Es ist noch ein weiter Weg zurück zu alten Exporterfolgen”, sagte BGA-Präsident Anton Börner.

Dem DIHK zufolge wird China in diesem Jahr Deutschland erstmals als Exportweltmeister ablösen. „Die Chinesen werden vermutlich vorn liegen”, sagte Nitschke. Deutschland habe wohl nur noch eine Chance, wenn der Eurokurs weiter steige. Das erhöht rein rechnerisch den Wert der Ausfuhr, die für den internationalen Vergleich in Dollar umgerechnet werden. Zur Jahresmitte hatte China nach Berechnungen der Welthandelsorganisation WTO bereits die Nase vor, wenn auch nur hauchdünn.

Experten zufolge hat der Außenhandel die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal angeschoben. „Der Anstieg zeigt, dass die Impulse aus dem Ausland für die deutsche Konjunktur wieder stärker werden”, sagte SEB-Analyst Klaus Schrüfer. Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten 39 Experten sagen für Juli bis September ein Wachstum von 0,8 Prozent voraus. Im Frühjahrsquartal waren es 0,3 Prozent. Die Daten veröffentlicht das Statistikamt am Freitag.

Reuters


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