Video in voller Größe

Weltwirtschaftsforum

Merkel für „Binnenmarkt“ mit Amerika

Die Wirtschaftsbeziehungen mit Amerika sollen drastisch ausgebaut werden. Dafür warb Angela Merkel bei der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Doch die EU-Ratspräsidentin und G8-Vorsitzende hat noch weitere Pläne.

Lesermeinungen zum Beitrag

29. Januar 2007 15:33

Globalisierung: Bedrohung oder Chance für Deutschland?

Sophia Orti (rum)

Was ist Globalisierung? Die Antwort findet man in folgendem sehr verständlichen Aufsatz:

http://www.bundesbank.de/download/presse/reden/2007/20070124.remsperger.pdf

Meine Antwort: Der Mechanismus der Goldwährung ist eine schöne Lüge mit sehr kürzen Beinen, eigentlich frech, Bernanke vorzuwerfen, ihn nicht zu kennen. Er war eine Erfindung vom Anfang der 1920er Jahre, um zu erklären, warum die Welt vor 1914 so eine heile Welt war. Diese Erklärung ist oft offensichtlich fasch (Zinsen und Diskont konnte man selbst wegen der Vorstellungen von Wucher nicht viel ändern), oft nicht nachweisbar (nicht nur Preisniveau, auch Zinsgefälle bewirken Goldbewegungen). Die wahre Erklärung: die Welt vor 1914 war so schön nur deswegen, weil sie nach 1914 so schrecklich geworden war. Das Funktionieren des geprädikten Systems Globalisierung ist so Wunschdenken wie das Funktionieren der Goldwährung, es hat nur kurzere Beine. Rempsberger erkennt, daß es um Verflechtung geht, er redet aber vor allem über Export (nicht Import), über Wettbewerbsdruck, Arbeitermobilität, ständige Fort- und Weterbildung fürs Uberleben, notwendige Innovationsfähigkeit: ist nur wachsender, kränkender Streß, was eine Arbeitsteilung anzubieten hat?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Januar 2007 23:45

Rittershausen 1938 vs. Timberlake 2007

Sophia Orti (rum)

Papierwährung hat auch große Vorteile gegen die Goldwährung, sie muß aber nicht unbedigt Bernankes, Greenspans und Issings Währung sein. Timberlake gibt im zitierten Aufsatz zu, die Geschichte in Europa nicht zu kennen (Einschätzung von Havenstein klingt aber richtig!). Hier ein Aufsatz von Rittershausen (wohl ein Anhänger der "real bills" und nicht der Currency-Schule), der sich um dasselbe Thema bewegt: er weiß genau, was in England und den USA geschah. Es geht um Goldwährung und Goldkernwährung:

"Ebenso glaubt man [bei der Papierwährung], die Knappheit des Goldes durch Knapphaltungs- und Restriktionsmaßnahmen manchmal zur Unzeit nachahmen zu müssen. Daß es nur ein zufälliger Mangel der Goldwährung ist, sich den Warenumsätzen nicht anpassen zu können, genau genommen also nicht "neutrales Geld" sein zu können, und daß man es nicht nötig hat, auch diesen Mangel nachzuahmen, ist verkannt worden; darüber ist hier jedoch nicht zu handeln."

http://www.reinventingmoney.com/rittershausen/007Die_Valorisierung_des_Goldes.htm

Heinrich Rittershausen, "Die Valorisierung des Goldes als Währungsund Außenhandelsproblem"

WELTWIRTSCHAFTLICHES ARCHIV (Zeitschrift des Instituts fuer Weltwirtschaft an der Universitaet Kiel) 47. Band.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Januar 2007 18:43

Öl, Gold...markt und Dollars

Andreas Wessels (PhunkyData)

Das Problem ist nur das wir dank globalisiertem Handel und einer Devise die seit dem Bretton Woods Abkommen nicht mehr an Den Goldwert gebunden ist, goldgegenwertige Devisen wie Euro u.a. gegen papierstückchen (Dollar) tauschen bei denen wir nicht mehr sicher sein können ob da nicht längst eine hyperinflation stattfindet.

Ich will damit sagen das ich es mit gemischten Gefühlen betrachte inwieweit zum Beispiel Manager und High-Level Gehälter in den USA explodieren. Auch das ist eine Art der Inflation wenn man mich fragt. Früher bekam ein Schauspieler 1 Millionen Dollar für einen Kinofilm. Heute zahlt man in Hollywood mitunter das 10 oder 20 fache. Der Mehrwert ist aber keineswegs gegeben.

Fazit: Was, wenn die Dollars die angeblich im Umlauf sind, an Börsen, im Rohstoffhandel etc. nichts weiter sind als eine unglaubliche Masse an papier das eigentlich in keiner Weise mit dem Gegenwert "Volkswirtschaftliche Kraft" gemessen werden kann in den USA?

Stellen sie sich vor wir drucken alle unsere eigenen Scheine und diese würden akzeptiert.

Teilweise deckung hin oder her. Zumindest im Euroraum haben wir noch eine gewisse Wertsicherheit.
Nicht umsonst würde Iran (und damals auch Sadam) Öl gerne in Euro handeln.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Januar 2007 13:01

Die Deutsche Bundesbank - Aufgabenfelder, rechtlicher Rahmen, Geschichte

Sophia Orti (rum)

Hier zitiere ich aus dem Glossar:

"Banknotendekung. In einer Goldwährung mussten Banknoten durch Gold gedeckt sein. Ein Meinungsstreit über die Höhe der Deckungsquote bildete zwei geldtheoretische Schulen aus: Die Anhänger des sog. Currency-Princips forderten eine Deckung umlaufender Banknoten zu 100%, konnten sich aber außerhalb Englands nicht durchsetzen. Die deutschen Notenbanken folgten dem sog. Banking-Prinzip, wonach der Banknotenumlauf zum Teil (meist einem Drittel) durch Gold zu decken war (Primärdeckung), der Rest in der Sekundärdeckung durch diskontierte Handelswechsel (Diskontgeschäft)."

http://www.bundesbank.de/download/presse/publikationen/buchbundesbank.pdf

(Anm. Die Currency Schule bestand auf die Konvertierung, nicht die Deckung zu 100%)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Januar 2007 12:57

Heutige Kenntis des Goldstandards

Sophia Orti (rum)

Der Aufsatz, in dem Bernankes Unkentnnis der Goldwährung ausgesetzt wird, kann jeder lesen unter:

http://www.independent.org/pdf/tir/tir_11_03_01_timberlake.pdf

Bernanke beschuldigt die Goldwährung der damaligen Deperession, ohne zu verstehen, daß sie damals nicht galt (Offenmarktgeschäfte würden ständig gemacht, um die Wirkung von Goldabfluß und Zufluß im Inland zu neutralisieren). Leider macht der Author etwas ähnliches wie Beranke: er beschuldigt die "real bills doctrine". Interessant wäre zu wissen, ob die in der Bundesbank wissen, wie der Mechanismus war. Es gibt eine sehr schöne Publikation, von Herrn Weber unterschrieben, mit Titel "Die Deutsche Bundesbank - Aufgabenfelder, rechtlicher Rahmen, Geschichte" unter:

http://www.bundesbank.de/download/presse/publikationen/buchbundesbank.pdf

Da lernt man vieles grundsätzliches über die heutige Geldpolitik, es ist auch zu begrüssen, daß die Geschichte der deutschen Währung da einen Platz hat, aber leider mit den Ton "das ist ja nur Geschichte", vieles stimmt nicht ganz. Zum Beispiel ist am Ende ein Glossar, unter "Banknotendeckung" scheint zu stehen (nicht deutlich formuliert), daß die Noten in England zu 100% mit Gold gedeckt gewesen seien.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Januar 2007 16:47

Das bedeutet nichts anderes als noch mehr Globalisierung

Andreas Wessels (PhunkyData)

Suchen sie sich mal Informationen zu Krassimir Petrov in Verbindung mit dem Bretton-Woods Abkommen.

Die Zusammenhänge zwischen Gold, Dollar, Öl und Markt sind weitreichend und so ziemlich das globalste in seiner Auswirkung, was man sich nur vorstellen kann.
Frau Merkel macht nichts anderes als das was jeder Mensch tun würde. Händeringend die "angeblich" helfenden Hände greifen wollen die lediglich und in erster Linie daran interessiert sind sich selbst aus einem Sumpf zu ziehen, den sie eigens zu verantworten haben.

Meiner Ansicht nach stehen wir nicht irgendwann vor einem weltumspannenden Crash der superlative.
Nein, wir sind bereits mitten drinn.
Frau Merkels verständlicher Verzweiflungsgriff nach noch mehr Globalisierung wird die Konzerne nur noch fetter machen, die Manager-, Vorstandgehälter und Chefetagenabfindungen nur noch fetter machen.

Unserem Binnenmarkt und der damit eigentlich gemeinten Volkswirtschaft werden dabei jedoch nur immer weiter die Gliedmassen gebrochen werden.

Ich bin davon überzeugt.
Der Euro ist nicht das Problem.
Er diente europaweit lediglich dazu einen Inflationssprung zu vertuschen. Der Teuro ist nie einer gewesen. Geld ist nur weniger wert.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Januar 2007 12:51

"Binnenmarkt mit Amerika als Ziel"

Sophia Orti (rum)

"Jede Nation, welche die Förderung von freiem Handel und Investitionen befürworte, solle sich der Initiative anschließen können."

Warum schlägt sie nicht sofort die Wiederherstellung des Goldstandards als Ziel vor, wie vor dem ersten Weltkrieg? Ich würde sagen, das Ende des Goldstandards, offiziel 1931 mit der Abwertung des Pfunds, de facto mit der Goldhortung der Zentralbanken schon beim Anfang des ersten Weltkrieges, hat eher mit der Orientierung Richtung Nationalstaat als mit den Mängeln des Systems der Goldwährung. Nun, wir hören ständig das Wort Globalisierung, formal bemüht man sich angeblich in die Richtung, aber in der Einstellung entfernt man sich immer mehr, und das ununterbrochen seit dem ersten Weltkrieg, so daß die alten Zuständen sogar völlig unbekannt sind. Vor kurzem las ich einen schönen Aufsatz, der deutlich zeigte, daß einige in Wissenschaft tongebende Volkswirte das Mechanismus des Goldstandards einfach nicht verstehen: und darunter war der Wissenschaftler Ben Bernanke. Wäre es nicht vernünftiger, Frau Merkel kümmert sich zuerst, daß der Euro als echtes Tauschmittel in Deutschland und dem Euroraum diene anstatt als geräuschlose Geldpumpe für die Staatsfinanzen? So sollte man anfangen!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Januar 2007 08:45

Die Bundeskanzlerin

Ingrid Sobich (Ingrid.Sobich)

Es ist unerhört, daß auch in der FAZ die Bundeskanzlerin mit einem flapsigen Frau Merkel bedacht werden kann. Wohlgemerkt, Frau Merkel ist eine honorige Anrede, aber nicht für eine Bundeskanzlerin. Der Zusammenhang und die Gelegenheit sind entscheident! Dieser Beitrag ist eine stilstische Beleidigung!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Januar 2007 07:30

Amerika ist Vergangenheit

gerhard quell (ske2)

Viel intelligenter wäre eine "Binnenmarkt" mit China, Indien und die asiatischen Tigerstaaten. Diese Staaten haben Wachstumsquoten, von denen wir westlichen Industriestaaten nur träumen können. Und damit die lahmen Konzerne ein bißchen in Bewegung geraten, konsequenter Rückbau des Urheber- und Patentwahnsinns. Dann wäre der Wettbewerb zwischen groß und klein fair!

Die USA sind nichts weiter als ein Kapitalstaubsauger, sie saugen internationales Kapital auf ihre Finanzmärkte um es für eigene Zwecke zu verbraten. Und eines wäre tödlich für Europa, die amerikanischn Rechte an "geistigem Eigentum". Wenn wir diese hier einführen, werden die Juristen jubeln, denn der Markt ist schier unerschöplich. Das dabei die wirtschaftliche Entwicklung den Bach runter geht, interessiert die Juristen nicht.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Januar 2007 20:19

The Transatlantic Marketplace

Fionn Huber (fionn)

>>Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Wirtschaftsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten drastisch ausbauen. „Binnenmarkt-ähnliche Strukturen sollten unser Ziel sein“, sagte Frau Merkel am Mittwochabend bei der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Als Felder einer vertieften Zusammenarbeit nannte sie etwa technische Standards, Regeln für Finanzmärkte sowie die Themen Energie, Umwelt und geistiges Eigentum.<<

Seit ca. 15 Jahren wird in Brüssel und Washington am Konzept "Transatlantic Marketplace" herumgebastelt... und nichts ist passiert. Eine Zusammenarbeit im Bereiche technischer Standards schien bisher besonders schwierig zu sein - sollen die Amerikaner ihre pounds, inches, gallons usw aufgeben? Es ist z.T. auch eine Frage der Souveränität, imo. Zudem haben die Amerikaner
heute andere Prioritäten, imo - vor allem die US-Zwillingsdefizite.

F. Huber

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 10 von 10 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche