30. Juni 2008 Der Preisauftrieb im Euroraum ist im Juni stärker gestiegen als erwartet und hat dabei einen neuen Rekordwert für die Zeit seit Gründung der Währungsunion verzeichnet. Nach einer ersten Eurostat-Vorabschätzung vom Montag dürften sich die Lebenshaltungskosten gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,0 Prozent erhöht haben.
Volkswirte hatten eine HVPI-Jahresrate von 3,9 Prozent prognostiziert, nachdem die Jahresteuerung im Mai 3,7 Prozent und im April 3,3 Prozent betragen hatte. Vor allem die Entwicklung der Energiepreise dürfte für den deutlichen Anstieg der Inflation ursächlich sein. So hatte der Preis für ein Barrel Erdöl erst am vergangenen Freitag mit fast 143 Dollar einen neuen Höchstwert verzeichnet.
Zinserhöhung wahrscheinlich
Damit liegt die Teuerung im Euroraum inzwischen mehr als doppelt so hoch wie von der Europäischen Zentralbank (EZB) anvisiert. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer HVPI-Jahresinflation von unter, aber nahe 2 Prozent erreicht.
Die Daten dürften die EZB darin bestätigen, dass die Risiken für die Preisstabilität im Euroraum weiter gestiegen sind. Vor diesem Hintergrund hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bereits Anfang des Monats für die jetzt am Donnerstag anstehende Juli-Ratssitzung der Notenbank eine Leitzinserhöhung signalisiert. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen rechnen mehrheitlich mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf dann 4,25 Prozent.
Vorabschätzung meist zuverlässig
Die vorläufige Schätzung bezieht sich auf frühe Datenangaben aus 9 der 15 Staaten der Währungsunion, darunter Deutschland. Sie ist in der Regel sehr zuverlässig: Von den 24 vorläufigen Schätzungen der vergangenen zwei Jahre waren laut Eurostat 14 exakt, die übrigen 10 wichen nur um 0,1 Prozentpunkte von der endgültig festgestellten Inflationsrate ab.
In die Inflationsmessung von Eurostat gehen Lebensmittel- und Energiepreise, Wohnungsmieten und Telefongebühren, die Kosten für Kleidung, Körperpflege und Haushaltsgeräte, aber auch für Fahrzeuge, Unterhaltungselektronik und Restaurantbesuche ein. Auch die Kosten für Bankdienstleistungen und einzelne Versicherungen werden berücksichtigt.
Text: Dow Jones
Bildmaterial: ddp, FAZ.NET
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |