05. August 2008 Im Aufschwung steht Frankreich oft etwas schlechter da als viele europäische Nachbarn, im Abschwung dagegen etwas besser. Diese Regel galt noch weitgehend bis zum ersten Quartal 2008, doch nun kommen Zweifel auf.
Die Wachstumsrate dürfte von 2,1 Prozent im Vorjahr auf 1,6 Prozent 2008 sinken, schätzt das Statistikamt Insee. Die Inflation hat sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt und wird für das Gesamtjahr 2008 jetzt bei 3,2 Prozent vermutet. Die Arbeitslosigkeit hält sich bei 7,2 Prozent, sinkt aber nicht mehr, nachdem im vergangenen Jahr 384.000 neue Stellen geschaffen worden sind - so viele wie seit 2000 nicht mehr.
Alarmzeichen beim Konsum
Die Immobilienpreise, die in den vergangenen Jahren nicht ganz so stark gestiegen waren wie in Spanien und Großbritannien, zeigen in den meisten Regionen nach unten. Immerhin halten sich die Industrieproduktion und der Export noch ganz wacker und tragen heute zum Wachstum bei. Dagegen hinkt der Konsum der Haushalte, die große Stütze der französischen Konjunktur in den vergangenen Jahren, hinterher. Seit Jahresanfang wächst der private Warenverbrauch nicht mehr und könnte 2008 stagnieren.
Jüngstes Alarmzeichen: Die Pariser Geschäfte zeigten sich von den Schlussverkaufsaktionen vor den Sommerferien überwiegend enttäuscht. Laut einer Insee-Umfrage fürchten viele Haushalte einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Industrievertreter kündigen tatsächlich an, künftig Stellen ab- statt aufzubauen.
Text: F.A.Z., chs.
Bildmaterial: dpa
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