Finanzkrise

Die Banken wissen nicht, was sie tun

Spezial Die Kreditkrise verursacht immer neue Löcher in den Bankbilanzen. Die IKB meldet abermals höhere Verluste, die Credit Suisse räumt sogar Manipulationen ein. Die Banken überblicken ihre Risiken offenbar immer noch nicht vollständig. Von Thomas Schmitt

Lesermeinungen zum Beitrag

28. März 2008 12:29

Unwissenheit

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Das Problem ist, daß heute Manager 20 bis 30 % Profite erwirtschaften sollen. Das geht bei einem BIP-Wachstum von 2-3 % jährlich nur durch Manipulationen, z.B.den Verkauf von Hebel-Produkten. Man verkauft Produkte an Geldgeber mit dem Versprechen, Erträge zu zahlen, welche über dem Wirtschaftsertrag der Volkswirtschaften liegen. Aber alle spekulativen Erträge müssen irgendwann einmal beglichen werden. Spätestens, wenn die Gläubiger erkennen, daß hier ein Kartenhaus aufgebaut wurde, welches kurz vor dem Zusammenbruch steht, flüchten alle. Dann brechen alle Schein-Werte zusammen. Das nennt man dann Krise. Da sind wir heute. Krisen sind dem Kapitalismus systemimmanent, da immer wieder neue Pyramidensysteme aufgelegt werden. In der Theorie der bürgerlichen VWL können diese Krisen nicht erklärt werden. Sie fallen sozusagen vom Himmel.

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26. März 2008 14:23

Sie wissen was sie tun

Thomas Mirbach (lurkius)

Schließe mich dem Kommentar von "studanvo" an. Kaum eine Branche (vielleicht mit Ausnahme der IT Branche) dürfte derart umwälzenden technischen Fortschritt erlebt haben wie die Finanzbranche in den letzten 20 Jahren.

Erstens: Wenn permamente Innovationskraft der Garant für das Überleben in einer gnadenlose kompetitiven Branche ist, dann gibt es auch hin und wieder Unfälle. Das mag süffisant klingen, aber so ist es. Die Akteure arbeiten am äussersten Rand der Erkenntnis, ähnlich einem Raumfahrtprojekt. Da wird es zu Unfällen kommen.

Zweitens: Die "Professionalisierung" - nennen wir mal es so - des Finanzgeschäfts fand weitgehend ausserhalb Deutschlands statt. Fakt ist, was von einem Bankmanager vor 20 Jahren erwartet wurde ist heute weitgehend redundant. Damals reichte eine juristische oder buchhalterische Ausbildung, heute nicht. Ohne Grundkenntnisse der deduktiven Statistik und der stochastischen Differentialgleichung kommt man nicht sehr weit im Bankgewerbe. Das Problem ist: Die meisten deutschen Bankmanager haben vor 20 Jahren in dem Metier angefangen und beherrschen nicht einmal das kleine Einmaleins der Zins- und Zinseszinsrechnung. Das sind die Erfahrungen dieses Finanzgewerblers mit 20 Jahren auf dem Buckel.

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22. März 2008 16:38

Arroganz - Ignoranz : Markezeichen vieler Banken

gerald Ludwig (Gerald.Ludwig)

Diese Erkenntnis ist nicht neu, denn das traf schon immer zu, wenn auch vor anderem Hintergrund.
Viele Unternehmer können davon ein Lied singen, wie schwer es ist Kredite für innovative Konzepte und Produkte bewilligt zu bekommen.

Viele Unternehmer können nicht verstehen wie schon halbtoten Unternehmen weitere Kredite gewährt werden? Gibte es da die eine oder andere politische Intervention?

Ich bringe nur zum Beispiel in Erinnerung wie ein Vorstand der Deutschen Bank mit einem Satz die Kreditwürdigkeit des Kirch Imperiums aushebelte und damit der Insolvenzanlass war.

Alles in allem Banken verstehen nicht wirklich was in der Wirtschaft und in den Unternehmen passiert. Sie geben nur vor es zu verstehen.

Was bei der aktuellen Hypothekarbankenkrise in den USA hinzu kommt, ist die Ignoranz der Einführung von Basel II bei US-Regionalbanken. Denn die Vorbereitung und Auseinandersetzung mit der Kreditwürdigkeit sowie den unterschiedlichen Risikogruppen der Kreditgeber, hätte einen teil des Debakel verhindert.

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21. März 2008 17:41

Gebildete Wirtschaftseliten

Andre Voinea (studanvo)

Ich moechte anmerken, dass gerade die fuehrenden Investmentbanken mitunter die besten Absolventen von allen Hochschulen rekrutieren. Gerade weil diese Leute gut sind und in einer sehr komplexen Welt zurechtkommen, werden sie so hoch bezahlt. Zugegeben, dabei schiessen sie mit ihrem Ehrgeiz manchmal ueber das Ziel hinaus. Dies zu bewerten, sei einem jedem selbst ueberlassen. Ich kann hierbei nur auf den Kommentar ueber die "Evolution" verweisen.
Aber das Argument, sie wuessten nicht was vor sich geht, ist ziemlicher Unsinn. Viel mehr begreift der Normalbuerger nicht, was vor sich geht und beginnt die typische Stammtisch Disskusion ueber die Dummheit und Gier der Wirtschaftseliten. Fuer mich hoert sich das viel mehr nach Neid und Schadenfreude an...

Der Verfasser dieses Artikels scheint mir nicht ganz bewandert zu sein im Bereich der Finanzen. Oder er ist sehr links orientiert. Er geht mit dem Thema sehr einseitig und polemisch um.

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21. März 2008 14:14

Jeder will ...

Reinhold Eysel (Eysel)

... Geld verdienen ( ausser ganz speziellen Leuten, die .... ).
Banker sind einem besonders starken Benchmark-Druck ausgesetzt.
Das bringt - wie absolut JEDES hochgradige "Bemühen" um "besonderen" Erfolg - gelegentlich gewisse "Scheinblüten" hervor.
Ein Vorgang, den es in allen Bereichen, die nicht ehrgeizfrei sein können, gibt.
Der ZUTIEFST menschlich ist ( ausser in den Augen von Träumern, die ein höchst idealisiertes Menschenbild für realisierbar halten ).
Ein "Bemühen" das letztlich der Antrieb, die Hefe ist für JEDEN Fortschritt.
Und manchmal wird eben übertrieben und es geht schief.
Und Einige, die hoch gepokert haben, die ZU gierig waren, beissen ins Gras. Na und? Ein Vorgang von höchster Übereinstimmung mit der Evolution.
In D. wird - wie Ackermann so treffend sagte - jedes Problem gleich zur "Systemdiskussion " benutzt. Und DAS ist falsch. Das Allem zugrunde liegende "System Evolution" funktioniert nur durch permanentes "Ausprobieren" und den Untergang von Untauglichem. Gewisse "Weltverbesserer allerdings glauben offensichtlich -trotz ZAHLREICHER offensichtlicher Fehlschläge - hartneckig und unbelehrbar , dass sie eine der Evolution überlegene Idee hätten.
DARAN "krankt" das System!

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21. März 2008 11:46

die Wechsel platzen

rene dustmann (reduma)

Diese Bewertungsspielchen, mit denen in der Finanzwelt Geld "verdient" wird, sind eine höchst entwickelte Show des uralten Wechselgeschäfts: heute nur ein bischen, aber morgen, ja morgen kommt dann noch viel mehr...wohl dem der festes in der Hand hat!

Aber das Entweichen der heissen Luft ist auch eine Chance für jene die durchhalten. Irgendwann, wenn die Abwertungsorgien vorbei sind und der werthaltige Bodensatz erreicht ist, geht´s dann wieder in der anderen Richtung: wundersame Geldvermehrung durch Heben stiller Reserven, sprich Neubewertung alter Risiken.

Dann geht es wieder von vorn los.

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21. März 2008 10:27

Schadenverursacher

Bernd Volkhardt (BeVo)

Es wäre schon gut wenn das Prinzip des Schadenverursacher hier auch gelten würde, d. h. das dieser in die Verantwortung genommen wird und dafür aufkommen muss, bzw. die vollen Konsequenzen zu tragen hat.
Statt dessen wird wieder nach dem Staat und dem Steuerzahler gerufen, und das von Leuten die immer ein Hohelied auf den freien Markt singen, aber wenn es zu ihrem Schaden läuft ins Gegenteil ihrer Ansichten verfallen. Das ist nicht nur peinlich sondern auch recht dürftig.
<br>Aufgabe des Staates sollte es sein die Kleinanleger und Sparer zu schützen, aber nicht die Zocker. Als Anhänger der Marktwirtschaft habe ich gar nichts gegen Zocker, wenn sie das wirklich auf eignes Risiko tun, da kann ich nur jedem viel Glück wünschen! Aber wenn selbige die Chuzpe haben anderen die Rechnung zu präsentieren dann ist das erbärmlich.

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21. März 2008 09:50

Die Renditegier der wirtschaftlich Ahnungslosen.....

Reinhard Scholz (reinhardscholz)

Das für den nichtsahnenden Normalverbraucher schneller Reichtum ohne Arbeit verlockend ist, verstehe ich. Er vertraut daher sein Geld demjenigen,an der ihm die höchste Rendite bzw. Wertsteigerung verspricht.
Bedenklich erscheint - und das ist ein moralisches Problem unserer Wirtschaft - dass (Bank-)Experten dabei mitmachen.

Um selbst reich zu werden, spekulieren sie mit dem Geld der "Schutzbedürftigen".

Man könnte auch sagen "blöd mann", warum gibst Du Dein Geld jemandem, der hohen Gewinn ohne Risiko verspricht.
Ich behaupte, dass die freien Kräfte des Marktes nicht alles selbst regeln können. Das würde nur stimmen, wenn wir Menschen ideale Marktteilnehmer wären!

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21. März 2008 09:47

Familienunternehmer

Patricia Jung (jungpf)

Das ist ein unglaubliches Spiel. Die Bankenleute bauen einen derartigen Mist, anders kann ich nicht mehr nennen. Das sind die gleichen Leute, die in Firmen auf Optimierung der Finanzzahlen drängen und zum Arbeitsplatzabbau beitragen. Dabei billigen sie sich noch hohe Gehälter zu. Für welche Leistung eigentlich? Das ist den Chefetagen alles Untalentierte sitzen, ist seit letzten Rezession klar. Das trifft mit Verlaub wohl auf die ganze Wirtschaftselite zu. Man sollte sich vor Augen halten, Wirtschaft soll dem Menschen dienen. In Konzernen wird mit anvertrautem Geld gearbeitet, das heißt mehr Sorgfalt und Achtsamkeit auf die eigene Strategie. Wir als Anleger sollten uns wie Familienunternehmer benehmen, Nachhaltigkeit und langfristig tragfähige Konzepte fordern. Man sollte seinen Bankberater einfach nicht trauen, besser selber denken

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21. März 2008 09:13

Die Verluste der Banken sind die Gewinne von...?

Reinhard Scholz (reinhardscholz)

Beim Zocken an der Börse sind die Verluste des einen die Gewinne des anderen! Es tritt eine Wertverschiebung und keine Wertvernichtung ein.
Die Verluste (durch Wertloserklärung Ihrer Forderungen) der Banken weltweit müssten eigentlich die Gewinne der Schuldner (US-Konsumenten) sein.
Das würde bedeuten, dass die entschuldeten US-Bürger wieder konsumieren können (natürlich auf Kredit....) und die Wirtschaft ihre Produktion wieder verkaufen kann.
Dh, die Geschäfte (Konjunktur) könnten weiter gut laufen...

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21. März 2008 09:07

Falsch - sie wissen genau, was sie tun!

Angelika Fritz (MyDocAngel)

Nur alle anderen nicht!

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21. März 2008 05:02

RoRo

Konstantin Richter (kiloromeo)

@Hans H Niller (Niller)
"Ist nicht ein wesentlicher Effekt dieser Kreditkrise ein gewaltiger Vermögenstransfer über den großen Teich?"
@wolf haupricht (emilgilels)
"...ein interessanter Hinweis. Ein direkter Weg zum Transferempfänger dürfte schwierig sein, weil Querfinanzierungen dies erschweren. Aber es dürfte sich dennoch lohnen, die Spur aufzunehmen und die tatsächlichen Bevorteilten zur Kasse bitten."
Haben Sie beide ein Glück, daß Sie das hier platzieren konnten. Da haben doch wohl ein paar Aufpasser gerade ein Nickerchen gemacht.

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21. März 2008 02:05

It's the assets, stupid!

Carsten Maybach (der_kapitalist)

In jeder Pleite, seit 1929 über die der 80er Jahre, der New Economy und Long Term Capita Management ist ein Pattern ersichtbar: Die zugrundeliegenden Assets (im letzteren Fall deren Derivatives oder Hedges) haben an Wert verloren.

Das ist auch der Fall bei Bear Stearns, den off-balance-vehicles der IKB usw. usw.

Am Ende des Tages ist die Frage nach dem Erfolg einer Investmentstrategie immer einfach: Hat sie Wert geschaffen oder verloren? Im lezteren Fall wird dies immer negative Konsequenzen für den Emittenten nach sich ziehen.

Insofern sind die Märkte tatsächlich effizient, wenn auch zeitversetzt. Also stellt sich die Frage: Wenn zeitversetzt, wann sind die Märkte überhaupt effizient?

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21. März 2008 00:37

Die Banker wissen nicht, was sie tun ?

Günther Jacobs (gjacobs)

Mein Vorschlag: Zurueck in die Banklehre, ein Blick auf die gesetzlichen
Vorschriften ueber die Eigenkapitalunterlegung von Krediten,
jede Woche eine Stunde im Selbsthilfeseminar : Wie komme ich frei von
meiner Spielsucht .
Schickt den Vorstand der BAFIN und der KFW ind den Ruhestand.
Die IKB hat einen "Praesidialausschuss" gebildet ! Schon das Wort
muss den Steuerzahler erschaudern lassen.
Vorstaende ohne Verantwortungsbewusstsein sind ins Spielcasino
gegangen und haben unter den Augen der Aufsichtsgremien hoch
gewettet, es ist schiefgegangen.

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20. März 2008 23:03

Die Ottos werden Zahlen

heinz herzing (heinz48)

Gewinne Privatisieren , verluste Sozialisieren.
Genauso ist es gekommen , allein die Landesbanken haben 2007 - 2008
20 Milliarden € Versenkt , das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Aber über Lehre Rentenkassen den Ottos Klahrmachen sie müssen bis 67 Jahre
Arbeiten. Die Kapitalmarioneten in Berlin werden unsere Steuergelder den
Banken zu verfügung stellen. Dumm nur das anschliesend die Wähler unter umständen Links wählen um den Kapitalmarioneten mal klarzumachen des es so nicht weitergeht.
Einer Pleite Bank Geld zu Leihen macht keinen sinn, bis diese gelder zurückkommen
Leben die verantwortlichen nicht mehr.
(Unsere Helden Lügen für Geld mit schönen Worten , aber die Menschen drängen
wie Insekten zu Licht. )
Frohe Ostern.

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