Konjunktur

Deutsche Wirtschaft wächst unerwartet stark

Von Philip Plickert

15. Mai 2008 Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal 2008 offenbar stärker gewachsen als von vielen erwartet. Trotz der nachlassenden Weltkonjunktur, des hohen Ölpreises, der Euro-Aufwertung und der andauernden Finanzkrise könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 bis 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt haben. Diese Zahlen werden in Analystenkreisen genannt.

Am Donnerstag veröffentlicht das Statistische Bundesamt seine BIP-Schnellschätzung. Nach Einschätzung des Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium Walther Otremba sind 0,9 Prozent Wachstum im ersten Quartal und 0,1 Prozent Wachstum im zweiten Quartal „nicht unplausibel“.

Ein dickes Auftragspolster

Ein Grund für den überraschenden Aufschwung zu Jahresbeginn ist die hohe Bautätigkeit. Wegen der milden Wintertemperaturen produzierte die Bauwirtschaft 10,5 Prozent mehr als im kalten Herbst 2007. Das verarbeitende Gewerbe, vor allem die Investitionsgüterhersteller, erhöhte die Produktion um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Nach wie vor hat die deutsche Industrie ein dickes Auftragspolster, auch wenn die Bestellungen zuletzt geringer ausfielen.

Ein Wachstum von 0,8 bis 0,9 Prozent im ersten Quartal 2008 wäre der höchste Wert seit Herbst 2006, dem konjunkturellen Höhepunkt der vergangenen Jahre. Wegen des starken Auftakts scheint die Wachstumsprognose der Bundesregierung von 1,7 Prozent in diesem Jahr gut erreichbar.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp