Konjunktur

Der Außenhandel zeigt sich pessimistisch

Von Konrad Mrusek

03. Januar 2008 Der erste große Branchenverband hat jetzt die pessimistischere Konjunkturschätzung der Regierung für 2008 bestätigt. Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) erwartet nur noch ein gesamtwirtschaftliches Wachstum von 1,7 Prozent. Ursache dafür ist nach Ansicht des Verbandes eine geringere Dynamik im Außenhandel wegen der Immobilienkrise in Amerika. Der Binnenkonsum sei verglichen damit immer noch zu schwach, um die Wachstumsrate des Jahres 2007 von rund 2,5 Prozent halten zu können.

„Der Handel erwartet, dass der Aufschwung 2008 an Kraft verliert und der Gegenwind rauher wird. Wirtschaftlich geht es zwar weiter aufwärts, aber ohne Schwung“, sagte BGA-Präsident Anton Börner am Donnerstag in Berlin. Diese konjunkturelle Abschwächung sollte die Politiker daran hindern, noch mehr Reformen der Agenda 2010 zu verwässern. Börner warnte auch davor, die Debatte um Managergehälter zur Stimmungsmache gegen Unternehmer zu benutzen. Dies würde noch mehr junge Menschen davon abhalten, sich selbständig zu machen.

Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen

Die vorsichtigere Konjunkturschätzung des Verbandes basiert auf einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen, die 1,2 Millionen Menschen beschäftigen. Danach sank der Großhandelsindikator seit Mitte 2007 um 7 auf 112 Punkte. Er liegt damit aber weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt von 106 Punkten. Der Verband erwartet, dass 2008 die Umsätze im Großhandel um 3 Prozent auf 790 Milliarden Euro steigen. Die Zahl der Beschäftigten dürfte um 5000 und damit weniger stark zunehmen als 2007. Über 80 Prozent der Unternehmen fürchten wegen der teureren Rohstoffe steigende Einkaufspreise und damit geringere Margen.

Im deutschen Außenhandel rechnet Börner mit einem Exportwachstum von etwa 5 Prozent, was die Hälfte des letztjährigen Zuwachses wäre. Bei dieser Prognose wird allerdings unterstellt, dass es nicht doch noch zu einer Krise in der amerikanischen Wirtschaft kommt. „Wir haben bei der Immobilienkrise erst 30 Prozent des möglichen Schadens gesehen. Die kritischen Monate werden April und Mai, wenn die Banken ihre Bilanzen vorlegen“, sagte Börner. Er rechnet im zweiten Halbjahr im Export auch dann mit Bremsspuren, wenn es nicht zu einer größeren Krise kommt.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP

 
Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 4.544,31 -7,01
TecDax 516,75 -4,81
DowJones 8.082,42 -5,79
Nasdaq 1.557,93 -5,30
STOXX 50 2.421,87 -7,86
Nikkei 225 8.276,43 -9,62
S&P 500 Zert. 8,83 -10,45
Euro/Dollar 1,33 -2,01
Bund Future 115,25 -0,95
Gold 829,05 -9,74
Öl 76,65 -7,49
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