Aus der Tatsache, dass deutlich mehr Menschen ALG I oder II beziehen, als arbeitslos gemeldet sind, hat ganz einfach Ursachen: Arbeitslosengeld bekommt man eben nicht nur dann (auch wenn der Name dies nahelegt), wenn man arbeitslos ist, sondern auch, wenn bestimmt andere Tatbestände eintreten. ALG I wird beispielsweise langzeitkranken Arbeitnehmern gezahlt, die aus der gesetzlichen Krankenversicherung ausgesteuert wurden. Das geschieht schon mal bei besonders langwierigen Erkrankungen wie z.B. Krebsbehandlungen, schweren Unfällen etc. Nach diesem Aussteuern wird zuerst ALG I, später ggf. sogar ALG II gezahlt. Ein Teil der Betroffenen ist in diesem Zeitraum auf dem Weg durch den Instanzendschungel und versucht eine Erwerbsunfähigkeitsrente anerkannt zu bekommen, andere kehren sogar wieder auf den Arbeitsplatz zurück. Mittlere und größere Unternehmen verzichten in aller Regel in dieser Zeit auf die durchaus erfolgversprechende Kündigung. ALG II kann übrigens auch an Geringverdiener gezahlt werden. Die Gesamtzahl der Betroffenen sollte nicht unterschätzt werden. Eines haben alle gemeinsam: Arbeitssuchend (und damit arbeitslos) sind sie alle nicht.
Entgegen meinen Vorpostern denke ich, dass das ganze doch einen Aufschwung markiert. Sicher, Statisiken werden geschönt, und die Anfrage an die Regierung zeigt ja auch, dass imgrunde die Arbeitslosigkeit doppelt so hoch ist. Trotzdem sind das Vorgänge, die schon seit Jahren so sind, und deshalb ist der Aufschwung in den vergangenen Jahren ein realer Aufschwung. Dass immer weniger junge Leute auf den Arbeitsmarkt kommen, und immer mehr alte ausscheiden ist zwar ein genereller Trend, jedoch sind das ja alles dynamische Übergänge, der Pillenknick war ja nicht vor 18 Jahren, außerdem fangen die jüngeren ja ziemlich verteilt mit arbeiten an(während ein Teil der selben mit 16 schon auf den Arbeitsmarkt kommt, aber nicht gezählt würde, ist ein anderer Teil erst mit 23 mit dem Studium fertig...), deshalb sind das keine Vorgänge, die diese Zahlen maßgeblich beeinflussen. Zumal immer mehr Migranten auf den Arbeitsmarkt drängen, was ein Gegengewicht dazu bilden sollte. Ich denke, wenngleich er nun von allen Seiten kritisiert wird, dieser Aufschwung hat einen Vater: Gerhard Schröder. Und wir sollten das nicht kleinreden, sondern den Weg der Harz-Reformen viel weiter gehen, wie es zumindest die CDU vor der letzten Bundestagswahl tun wollte.
Man kann zu recht die Statistik kritisieren. Viele Sachen werden herausgerechnet und vieles nicht berücksichtigt. Auch kann man kritisieren das ein Teil der neuen Arbeitsplätze nicht gerade im Hochlohnsektor angesiedelt sind. Fakt ist jedoch auch, dass die Steuereinnahmen (Lohn- und Einkommenssteuer) steigen. Das die Ausgaben der Arbeitslosenversicherung sinken und die Einnahmensituation der gesetzlichen Rentenversicherung zumindest nicht weiter verschlimmert hat. Also muss es ja auch irgendwo mehr Arbeit geben die zu einem höheren Steueraufkommen führen und die zu mehr Sozialabgaben führen.
deren gigantischen Stäben von Beamten oder sonstigen Figuren aus dem Öffentlichen Dienst der nächste Schwindel einfallen, um diese Lügenstatistik weiter von den Arbeitslosen zu befreien.
Die Arbeitslosenrate stagniert allenfalls, wenn sie nicht sogar steigt. Denn die geburtenstarken Jahrgänge verabschieden sich in den Ruhestand, während die mickrigen Jahrgänge der Kinder der Hedonistengeneration in das Erwerbsleben einsteigen. Damit wird ein vernichtendes Urteil über die Wirtschafts- und Sozialpolitik aller Bundesregierungen seit der Großen Koalition gefällt.
Wie lange will man auf dieser Milchmädchenrechnung noch weiter herumreiten? Wenn unsere Märchenonkel vom „Arbeitsamt“ so weiter machen, lösen sie noch ihre eigenen Jobs auf. Denn was brauchen wir Arbeitsämter wenn wir keine Arbeitslosen mehr haben? Ach ja, so ist es ja nicht. Die 60,00 Euro für das Arbeitsgenehmigungsverfahren eines Erntehelfers will man natürlich noch gerne einsacken. Vielleicht sollte die Bundesregierung schon mal vor der nächsten Wahl, neue Arbeitskräfte in der Welt suchen.
Daß die Fälschungen der Arbeitslosenstatistiken immer noch dreist weiterbetrieben werden – obwohl der Deutsche Bundestag am 26.März schon bekannt gegeben hat, das die Statistiken in Millionenhöhe nicht stimmen - ist ein nicht mehr steigerbarer öffentlicher Skandal! Quelle Deutscher Bundestag: (http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_088/02.html)) „Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131).“
Ich kann´s nicht mehr lesen, diese geschönte Statistik, aus der mit verwaltungstechnischen Tricks so viel rausgerechnet wird, daß sie soviel aussagt wie die Lottozahlen am Mittwoch über die Stimmung an der Börse. Vertraue keiner Statistik, außer Du hast sie selbst gefälscht.
