30. April 2008 Die Arbeitslosigkeit ist im April trotz erster Anzeichen für eine Konjunkturabschwächung abermals deutlich gesunken. Der Rückgang fiel mit minus 94.000 auf 3,41 Millionen allerdings etwas schwächer aus als im Durchschnitt der letzten Jahre. Die Grundtendenz am Arbeitsmarkt bleibt weiterhin positiv, betonte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Mittwoch. Im Herbst dürfte die Zahl der Menschen ohne Job unter die Marke von 3 Millionen sinken.
Laut Weise führte eine Computerpanne bei der BA am letzten Zähltag des Monats allerdings dazu, dass viele Abgänge aus Arbeitslosigkeit nicht mehr erfasst wurden. Die Zahl der Menschen ohne Job dürfte im April daher tatsächlich um 15.000 bis 20.000 niedriger ausgefallen sein. Dies werde mit den Maizahlen ausgeglichen. Zudem war die Arbeitslosigkeit im Winter wegen des milden Wetters vergleichsweise gering ausgefallen. Arbeitsmarktexperten hatten im April mit einem Rückgang gegenüber dem Vormonat zwischen 120.000 und 150.000 auf unter 3,4 Millionen gerechnet.
Im Herbst könnte die Drei-Millionen-Marke fallen
Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich die Zahl der Menschen ohne Job um 563.000.
Weise rechnet auch für die kommenden Monaten mit einer weiteren Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Hierfür spreche, dass die Nachfrage der Unternehmen nach Mitarbeitern hoch sei. Rein rechnerisch ist in einem der Monate September, Oktober und November ein Rückgang auf unter drei Millionen möglich, sagte er. Dies sei jedoch vom weiteren Konjunkturverlauf und der Witterung abhängig.
Nach Hochrechnungen der Bundesagentur lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Februar bei 27,15 Millionen und damit um 663.000 über dem Vorjahr. Etwa 60 Prozent der neuen Stellen seien Vollzeitarbeitsplätze, sagte Weise.
Verkäufer und Warenkaufleute gesucht
Die meisten Stellenangebote gab es im April erneut für Verkäufer und Warenkaufleute, gefolgt von Elektrikern, Bürofachkräften sowie Werbe- und Dienstleistungskaufleuten. Insgesamt standen der BA im April 1,03 Millionen Stellen zur Vermittlung zur Verfügung und damit 126.000 mehr als im Vorjahr.
Für das Gesamtjahr bleibt die BA bei ihrer Prognose von durchschnittlich etwa 3,4 Millionen Arbeitslosen. Es gibt aber Hinweise dafür, dass es einen Tick besser wird, sagte Weise. Trotz der inzwischen nach unten korrigierten Wachstumsprognosen für 2009 geht die Behörde bislang auch für das kommende Jahr von einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit auf durchschnittlich 3,2 Millionen aus. Allerdings werde sich der Aufbau von Beschäftigung verlangsamen.
Text: AP
Bildmaterial: Bundesagentur für Arbeit, dpa
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