Europäische Union

Slowenien darf den Euro einführen

16. Juni 2006 Die EU-Staats- und Regierungschefs haben Slowenien beglückwünscht, daß es die Konvergenzkriterien für den Beitritt zur Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) erfüllt. Bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel begrüßten sie am Freitag den Vorschlag der Europäischen Kommission, wonach der Balkanstaat am 1. Januar 2007 den Euro einführen sollte.

Das Land mit zwei Millionen Einwohnern gilt zwei Jahre nach seinem EU-Beitritt als „Musterschüler“ unter den 2004 neu aufgenommen EU-Staaten. Im Herbst 2007 soll Slowenien Teil des Schengen-Gebiets werden und im ersten Halbjahr 2008 auch den EU-Vorsitz übernehmen.

„Diese erste Erweiterung der Eurozone um einen der neuen Mitgliedstaaten ist ein bedeutsamer und äußerst positiver Schritt der Wirtschafts- und Währungsintegration Europas“, heißt es im Schlußdokument des Gipfels. Der förmliche Aufnahmebeschluss wird im Juli bei den EU-Finanzministern fallen. Dann wird auch der Umrechungskurs von der nationalen Währung Tolar zum Euro endgültig festgelegt werden.

Die Europäische Kommission hatte vor einem Monat die Aufnahme des Landes als 13. Mitglied der Euro-Zone empfohlen, am Donnerstag folgte eine gleichlautende Empfehlung des Europäischen Parlaments. Der EU-Gipfel folgte diesen Vorlagen und bestätigte zugleich die Empfehlungen, Litauen wegen einer zu hohen Inflationsrate nicht in den Kreis der Gemeinschaftswährung aufzunehmen. Der baltische Staat ist damit zum Präzedenzfall für die strikte Anwendung der Maastricht-Kriterien bei der Erweiterung des Euro-Raums geworden.

Slowenien in 10 Daten

Fläche: 20 273 Quadratkilometer
Einwohner: 2 Millionen
Hauptstadt: Ljubljana (rund 267 000 Einwohner)
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2005: 27,36 Milliarden Euro
BIP pro Kopf 2005: 83 Prozent des EU-Durchschnitts
BIP-Wachstum 2005: +3,9 Prozent; Schätzung für 2006: +4,0 Prozent
Inflationsrate 2005: 2,3 Prozent
Durchschnittslohn 2005: 1157 Euro brutto pro Monat
Arbeitslosigkeit 2005: registrierte Arbeitslosigkeit 10,2 Prozent; nach EU-Standard 6,3 Prozent
Wichtigste Handelspartner: Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Frankreich

Text: FAZ.NET mit Material von dpa, Dow Jones
Bildmaterial: F.A.Z.

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