09. August 2005 Die deutsche Wirtschaft hat im Juni deutlich mehr Waren verkauft als im Vorjahr und einen Rekord im Exportüberschuß erzielt. Mit 68,8 Milliarden Euro lag die Ausfuhr um 9,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.
Allerdings gingen die Exporte im Vergleich zum Mai saisonbereinigt um 0,4 Prozent zurück, die Importe sanken jedoch sogar um 5,5 Prozent. Der Überschuß in der Handelsbilanz kletterte damit auf das Rekordhoch von 16,8 Milliarden Euro. "Wir könnten eine positive Überraschung bei den BIP-Daten am Donnerstag bekommen", sagte Jörg Lüschow von der WestLB zu den Daten.
In der Leistungsbilanz verzeichnete Deutschland im Juni ein Plus von 10,4 Milliarden Euro. Im ersten Vierteljahr hatte ein großer Überschuß im Außenhandel fast allein für das Wirtschaftswachstum von einem Prozent gesorgt. Ob es nun im zweiten Quartal einen umgekehrten Effekt gegeben hat, ist nach den neuen Daten unter Experten umstritten. Wegen des kräftigen Einfuhrrückgangs von Mai auf Juni könnte die Belastung etwas geringer als befürchtet ausfallen, sagte HVB-Analyst Alexander Koch. "Unter dem Strich dürfte der Außenbeitrag nach dem starken ersten Vierteljahr aber das Wachstum etwas gebremst haben." Die Commerzbank-Experten hingegen erwarten eher, daß der Außenhandel keinen negativen Einfluß auf das Wachstum hat. "Gesamtwirtschaftlich rechnen wir für das abgelaufene Vierteljahr mit einem Plus von 0,1 Prozent", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank.
Text: F.A.Z., 10.08.2005, Nr. 184 / Seite 10
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