Arbeitsmarkt

Weniger Arbeitslose im November

01. Dezember 2009 Trotz Wirtschaftskrise ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im November abermals leicht zurückgegangen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte im vergangenen Monat 3,215 Millionen Erwerbslose, wie die Behörde am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Dies seien 13.000 weniger gewesen als im Oktober, aber 227.000 mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote sei im Monatsvergleich um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent gefallen. Der Rückgang fiel allerdings schwächer aus als in den Vorjahren. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre war die Arbeitslosenzahl im November allerdings um 50.900 gesunken.

Menschen in Trainingsmaßnahmen nicht erfasst

Bereinigt um jahreszeitliche Einflüsse fiel die Zahl der Arbeitslosen um 7.000 gegenüber dem Vormonat. Im Oktober war bereits entgegen den Erwartungen ein Rückgang um 26.000 verzeichnet worden. Zwischen Juli und September war die Zahl der Arbeitslosen in dieser Rechnung ebenfalls gefallen. Die Arbeitslosenquote für November wurde saisonbereinigt mit 8,1 Prozent beziffert, nach 8,2 Prozent im Oktober. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten für November eine um 10.000 höhere Arbeitslosenzahl und eine bereinigte Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent erwartet.

Bei der Beurteilung der saisonbereinigten Veränderung muss allerdings ein Sondereffekt durch die Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente beachtet werden, den die Saisonbereinigung nicht erkennen kann. Ohne diesen Effekt wäre die Arbeitslosigkeit im November laut BA saisonbereinigt um rund 10.000 Personen gestiegen. Kernpunkt der Neuerfassung der Arbeitslosigkeit ist die Maßnahme der BA, Menschen, die sich in Trainingsmaßnahmen zur „Aktivierung und Eingliederung“ in den Arbeitsmarkt befinden, nicht mehr in die offizielle Arbeitslosenzahl einzubeziehen.

BA sieht Kurzarbeit weiter als Stütze

Auch nach rund einem Jahr Wirtschaftskrise zeige sich der Arbeitsmarkt verhältnismäßig robust, erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. „Die Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Beschäftigung sind weit weniger dramatisch als zunächst von vielen befürchtet.“ Dazu trug auch die Kurzarbeit bei.

Die Zahl der Kurzarbeiter hat im November auf hohem Niveau stagniert. Insgesamt bezogen nach Angaben der BA rund eine Million Menschen Kurzarbeitergeld. Dies seien etwa so viele wie im Oktober, berichtete BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker unter Berufung auf aktuelle Hochrechnungen. Neu angemeldet worden sei Kurzarbeit für etwa 100.000 Beschäftigte in 5.000 bis 6.000 Betrieben . Derzeit gebe es keine Hinweise, dass die Firmen statt der Kurzarbeit Entlassungen im großen Stil planten. „Die Kurzarbeit trägt weiter“, sagte Becker. Alles deute darauf hin, dass Unternehmen Fachkräfte für den nächsten Aufschwung „horteten“.

In etwa 650 Fälle geht die Bundesagentur dem Verdacht des Missbrauchs der Kurzarbeit nach. Bei etwa zehn Prozent habe sich der Verdacht auf Betrug erhärtet. Sie seien an die zuständigen Staatsanwaltschaften weitergeleitet worden, sagte Becker. In 120 Fällen seien Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden. Genaue Zahlen will die BA im Januar vorlegen.

Text: FAZ.NET mit Dow Jones, Reuters
Bildmaterial: BfA, ddp, F.A.Z.

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