Entwicklungspolitik

Deutschland will Afrika mehr helfen

Frauen tragen in Mali Wasserschüsseln in ihr Dorf

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21. Mai 2007 Deutschland will seine offizielle Entwicklungs-zusammenarbeit mit Afrika bis zum Jahr 2010 verdoppeln. Bundes-entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat auf dem Weltbankforum „Afrika im Aufbruch“ eine frühere Zusage der Bundesregierung bekräftigt. Deutschland werde auch den Anteil der Entwicklungszusammenarbeit auf 0,51 Prozent an seiner Wirtschaftsleistung erhöhen, wie es in der EU verabredet sei, betonte sie. „Wir stehen zu diesen Zusagen und werden sie auch einlösen.“ Die Gruppe aus acht wichtigen Industrieländern (G 8) hatte vor zwei Jahren verabredet, die Hilfen für Afrika bis zum Ende des Jahrzehnts auf 25 Milliarden Dollar zu erhöhen. Das wäre mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2004.

Wieczorek-Zeul wies auf der Tagung darauf hin, dass Afrika Jahre hohen Wachstums erlebe. Derzeit betrage die durchschnittliche Rate 5,5 Prozent. Mehr Investitionen bezeichnete sie als notwendig: „Afrika erhält weniger als 2 Prozent der weltweiten Direktinvestitionen, das ist nicht genug.“ Daher werde Deutschland, aber auch die G 8 jene Staaten unterstützen, die Voraussetzungen für mehr Investitionen schafften. In diesem Zusammenhang nannte die Ministerin die Stichworte gute Regierungsführung, ausreichende Infrastruktur und die Bekämpfung von Korruption. Die zweitägige Tagung dient unter anderem dazu, den G-8-Gipfel vom 8. bis 10. Juni vorzubereiten. So ist in Heiligendamm auch ein Treffen mit den Staatschefs afrikanischer Länder geplant.

Entwicklungshilfe bleibe notwendig

Der Präsident von Botswana, Festus Mogae, zeigte sich zuversichtlich, dass Afrika es weitgehend schaffen werde, die Armut und den Hunger auf dem Kontinent bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Als Gründe nannte er politische und wirtschaftliche Reformen, die zu einem stabileren Umfeld für private Investitionen geführt hätten. Offizielle Entwicklungshilfe bleibe notwendig, weil in vielen Länder zu wenig gespart werde. Deswegen müsse die Verpflichtung der Industrieländer, den Anteil ihrer Entwicklungsausgaben auf 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu erhöhen, ohne Verzögerung erreicht werden. Mogae mahnte dazu, das Engagement Chinas in Afrika mit größerer Gelassenheit zu sehen. Man solle jedoch genau prüfen, was langfristig gut für die afrikanischen Staaten sei. China wird vorgeworfen, seine Rohstoffinteressen mit einer Kreditpolitik zu verfolgen, die den jüngsten Schuldenerlass konterkariere.

Das Weltbankforum wird an diesem Dienstag mit dem „Africa Business Day“ fortgesetzt. Dabei geht es um Investitionsmöglichkeiten deutscher Unternehmen in Afrika und Chancen afrikanischer Unternehmen auf dem deutschen und europäischen Markt. Die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft haben vereinbart, sich stärker in Afrika zu engagieren. Details nannten beide Seiten nach einem Treffen im Kanzleramt aber nicht, Fragen ließen sie nicht zu. Der afrikanische Kontinent habe ein „unglaubliches Entwicklungspotential“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit Vertretern der deutschen Wirtschaft. Deshalb sollte man die politische und wirtschaftliche Hilfe künftig enger verzahnen. Dadurch böten sich auch mittelständischen deutschen Unternehmen Chancen in Afrika. „Wer heute in Afrika investiert, wird morgen die Früchte ernten können“, sagte Merkel. Man habe viele Themen angesprochen, nun folgten konkrete Aktionen in Afrika, sagte der Vorsitzende der Initiative Südliches Afrika der Deutschen Wirtschaft (Safri) und frühere Daimler-Chrysler-Chef, Jürgen Schrempp. Er ging jedoch auf die geplanten „Aktionen“ nicht näher ein. Safri ist eine Initiative der deutschen Wirtschaft und bietet den Ländern des südlichen Afrikas in Deutschland eine Plattform, um Investoren und Geschäftspartner zu gewinnen.

Text: mas./mmue. /F.A.Z., 22.05.2007, Nr. 117 / Seite 14
Bildmaterial: dpa

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