Konjunkturprognosen

IfW: Deutsche Wirtschaft wächst 2007 noch schneller

12. März 2007 Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung des IfW trotz Mehrwertsteuererhöhung schneller wachsen als 2006. Die Kieler Forscher hoben ihre Prognose von 2,1 auf 2,8 Prozent an, wie das Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Montag mitteilte.

2006 hatte die Wirtschaft mit 2,7 Prozent so stark zugelegt wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr. „Der Aufschwung in Deutschland setzt sich kräftig fort“, hieß es. Auch 2008 rechnen die Kieler Forscher mit einem kräftigeren Plus von 2,4 Prozent. Bislang hatten sie 2,1 Prozent vorhergesagt.

IfW: Staatsdefizit sinkt auf 0,7 Prozent

Für das Gastgewerbe rechnet das DIW mit einem Dämpfer

Für das Gastgewerbe rechnet das DIW mit einem Dämpfer

Der kräftige Aufschwung führt dem IfW zufolge in diesem und im kommenden Jahr trotz des erwarteten stärkeren Lohnanstiegs zu deutlich mehr Beschäftigung. Im Jahresschnitt 2007 dürfte die Erwerbstätigkeit um mehr als ein Prozent zunehmen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen werde um rund 700.000 auf 3,74 Millionen sinken. Damit bleibt sie erstmals seit 2001 unter der Marke von vier Millionen. 2008 werde sie weiter auf rund 3,4 Millionen zurückgehen.

Das Staatsdefizit werde in diesem Jahr auf 0,7 Prozent nach 1,7 Prozent 2006 sinken. Vor allem die konjunkturbedingten Einnahmen des Staates würden kräftig steigen. 2008 könne das Defizit dann sogar auf 0,5 Prozent zurückgehen. „Damit scheint das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes in greifbare Nähe gerückt zu sein.“ Die Bundesregierung geht für dieses Jahr von 1,5 Prozent aus. 2008 soll das Defizit nach ihren Vorstellungen soweit wie möglich sinken.

Die Europäische Zentralbank wird die Leitzinsen in der Euro-Zone nach Einschätzung der Forscher weiter anheben: „Wir erwarten weitere Zinsschritte von 25 Basispunkten im Juni und September.“ Damit würde ein Zinsniveau von 4,25 Prozent erreicht.

DIW: Wachstumsaussichten leicht verbessert

Optimistischer als bisher gibt sich auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Die Wachstumsaussichten in Deutschland haben sich nach Einschätzung der Berliner Konjunkturforscher im ersten Quartal leicht verbessert.

Das DIW-Konjunkturbarometer zeige für die Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal einen saison- und kalenderbereinigten Zuwachs von knapp 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal an, teilte das DIW am Montag in Berlin mit. Dieser Wert liege leicht über der im Vormonat abgegebenen Prognose von gut 0,4 Prozent.

Dämpfer für einige Sektoren erwartet

Wichtigste Triebfeder des Wirtschaftswachstums dürfte die Industrieproduktion sein, die nach der Stagnation im Schlussquartal des Vorjahres wieder Tritt gefasst habe, heißt es in der Studie. Auch wenn die Beurteilung der Geschäftslage zuletzt rückläufig gewesen sei, deuteten die jüngsten Produktionskennzahlen gleichwohl auf eine im gesamtwirtschaftlichen Vergleich überdurchschnittliche Expansion dieses Wirtschaftsbereichs hin.

Die Bauwirtschaft dürfte abermals ein starkes Quartalsergebnis verbuchen. Dabei dürften neben der günstigen Witterung auch Sondereinflüsse (Vorzieheffekte) im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung zur Jahreswende eine Rolle gespielt haben. Ein deutlicher Dämpfer zeichne sich hingegen im ersten Quartal für den Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr ab.

Text: FAZ.NET mit Reuters und dpa-AFX
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET

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