Folgen der Finanzkrise

Es droht ein Stellenabbau

Der Arbeitsmarkt steht auf der Kippe. Im ersten Quartal haben deutsche Großunternehmen angekündigt, knapp 40.000 Stellen streichen zu wollen. Das geht aus einer F.A.Z.-Auswertung hervor. Wirtschaftsminister Glos sieht Deutschland dennoch „auf dem besten Weg zur Vollbeschäftigung“. Von Georg Giersberg

Lesermeinungen zum Beitrag

31. März 2008 15:52

Aufschwung – Abschwung- Aufschwung, oder alles nur (Ab-)schwund!

Herold Binsack (Devin08)

Erfrischend zu sehen, wie doch eine Reihe von Leuten auf Anhieb erkennt, wie hier argumentativ getrickst wird. Der Aufschwung war mal gerade das, wofür er bestens geeignet war: als Steigbügel für die große Koalition. Der Wähler soll glauben, dass ihn nur dieses konservativ-neoliberal-pseudosozialistische Regierungsgemisch vor allen Gemeinheiten der Globalisierung (selbst dieser Begriff - eine Mogelpackung) zu schützen vermag. Gerade rechtzeitig kam sie – diese Regierung - um den Deutschen den Ausweg, die neueste Auflage eines 3. Weges (zwischen Kapitalismus und Sozialismus) zu verkünden – und prompt kam der „Aufschwung“. Die Finanzkrise (wieder so eine Begriffsschleifung), ihres Wesens vermutlich wirklich die größte Katastrophe aller kapitalistischen Zeiten, soll aber dann doch noch für was gut sein: So kann man den Leuten alles verkaufen, die Waren zu überhöhten Preisen (wie gewohnt) und den „Abschwung“ - natürlich. Böse Finanzjongleure, Ackermänner und andere üble Subjekte waren da schnell zur Hand: Hauptsache, das System bleibt einigermaßen glaubhaft. Denn, wie war das im Ein-Mal Eins der Wirtschaftslehre? - Nach dem Abschwung, kommt wieder der Aufschwung! Und den (Ab-)schwund, wer hat diesen, frage ich?

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31. März 2008 12:01

Finanzkrise oder Strohfeuer?

Herold Binsack (Devin08)

So sehr die „Finanzkrise“ noch verantwortlich zu machen sein wird, was da an Entlassungen auf uns zukommt - und selbstredend ist sie verantwortlich für eine Reihe von Entlassungen in gewissen, vor allem US-amerikanischen Banken -, so wenig dürfte sie verantwortlich sein, was da die Zahlen belegen. Weltweit werden vor allem Arbeitsplätze in der Automobilindustrie verloren gehen, nachdem schon seit Jahren klar ist, dass das Auto-mobile Zeitalter durch das digitale ersetzt wird – und was hat das bitteschön mit der Finanzkrise zu tun? Und auch der Löwenanteil der Entlassungen in Deutschland (Telekom, BMW) haben damit überhaupt nichts zu tun, sondern wohl eher damit, dass Telekom so weiterhin versucht, dem Wettbewerb zu trotzen, und BMW reiht sich nur ein in die weltweite „Autokrise“, vor allem, seitdem auch in den USA nicht mehr so viele Fahrzeuge abgesetzt werden – aber auch das folgt einem allgemeinen Trend. Was wohl vertuscht werden soll und der Finanzkrise untergeschoben, ist wohl eher das Wörtchen „aufschwung“, das klein geschrieben auch als „Strohfeuer“ gelesen werden darf, natürlich auch eines solchen, das sich nun in der Finanzkrise zusätzlich verzehrt.

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31. März 2008 11:36

Krise

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

In Europa kommen die Ausläufer der amerikanischen Spekulationskrise an. Wir stehen am Beginn der größten Überproduktionskrise seit 1929. Und Herr Glos meint von Vollbeschäftigung reden zu können. Wenn, dann funktioniert so etwas nur mittels 1-Euro-Jobs auf Harzt IV- Finanzierungsbasis. Das ist dann so ähnlich wie der alte Reichsarbeitsdienst,welcher durch Pump des Staates finanziert wurde. Die neue Dimension der Krise hat noch keiner so recht begriffen.

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31. März 2008 11:04

Paperlapap

Christoph Anschütz (TuNichtGut)

Zusammenhang zwischen Finanzkrise und Stellenabbau ist allenfalls der:
Die Finanzkrise kam gerade als Argument zur rechten Zeit der Ankündigungen des Stellenabbaus daher. Alternativ kann man auch den schwachen Doller/starken Euro, oder die Olympiade als Platzhalter einsetzen.

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31. März 2008 02:32

Merkwürdige Argumentation

Ingo Knitto (krugo)

Den Zusammenhang zwischen der Finanzkrise und den Stellenstreichungen außerhalb der Finanzbranche, den der Artikel suggeriert, hätte ich gerne mal genauer erklärt.
Dafür gibt es keine richtigen Belege und Sinn macht es auch nicht, zumindest in Deutschland, wo wir keinerlei Rezession haben.

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30. März 2008 22:42

Aber...

norbert doerre (ndoerre)

im Öffentlichen Dienst werden mehr Stellen geschaffen als gestrichen. Folglich müssen immer weniger wertschöpfend Tätige für immer mehr zum Teil grenzenlos überbezahlte Dienstleister aufkommen. Selbst die Steuern dieser Leute stammen aus Steuern, und bei jeder Lohn- und Besoldungserhöhung im Öffentlichen Dienst ist der Finanzminister zu rund 50% beteiligt.
Welche Staatsverwaltung kann sich da gegen die Erhöhung ihrer eigenen Einkommen sträuben. Es ist geradezu staatsbürgerliche Pflicht, dafür zu sorgen, daß der Steuerstrom nicht abreißt.
Wir haben in Deutschland schon lange nicht nur eine Alterspyramide, sondern auch eine Dienstleistungspyramide.

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