06. Mai 2004 In Korrektur auf die Kursgewinne vom Vortag und unter dem Eindruck eines weiter steigenden Ölpreises verbuchen die deutschen Aktienwerte am Donnerstag Kursverluste. Nachrichten über einzelne Unternehmen werden Händlern zufolge aber meist positiv vom Markt aufgenommen.
Der Markt ist eher anfällig nach unten", sagte ein Händler mit Blick auf einen größtenteils impulslosen Handel. Im Prinzip tut sich überhaupt nichts", ergänzte ein anderer Börsianer. Übergreifend negativen Einfluss hatte Marktteilnehmern zufolge der weiterhin hohe Ölpreis, der am Vortag bereits Einzelwerte wie die Deutsche Lufthansa unter Druck gesetzt hatte.
Gegen Mittag weitete der Deutsche Aktienindex (Dax) seine Verluste aus, nachdem die deutsche Industrie einen Rückgang bei den Auftragseingängen hinnehmen musste. Der Börsenindex verliert 1,3 Prozent auf 3.969 Zähler.
Der Ölpreis steigt und steigt
Der Preis für das Barrel Öl (159 Liter) der Nordseesorte Brent kletterte an der Londoner Terminbörse zeitweise auf mehr als 37 Dollar, das höchste Niveau seit Herbst 1990, als kurz nach dem Einmarsch irakischer Trupppen in Kuwait der erste Krieg unter westlicher Führung gegen den Irak drohte.
Im Zuge dessen büßt die Lufthansa-Aktie wie schon am Vortag ein und ist mit mehr als drei Prozent im Minus auf 12,42 Euro größter Dax-Verlierer. Ein hoher Ölpreis ist nicht nur ein Lufthansa-Problem, sondern kann auch zu einem globalen Faktor werden und sich auf die erwartete Konjunkturerholung auswirken", sagte ein Händler. Indirekt seien alle Unternehmen von dem hohen Ölpreis betroffen, ergänzte ein anderer Börsianer. Auf lange Sicht ist das mit Sicherheit ein Problem.
Der deutsche Auftragseingang hat im März im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 0,7 Prozent abgenommen. Der Markt ist in einer schlechten Verfassung", kommentierte ein Händler. Daher sei auf ein besseres Ergebnis gehofft worden. Jetzt ist die Enttäuschung natürlich groß".
Hochtief bricht nach enttäuschenden Zahlen ein
Im Nebenwerteindex MDax brechen die Aktien von Hochtief mehr als 14 Prozent ein, nachdem Deutschlands größter Baukonzern am Morgen wegen einer unvorhergesehenen Risikovorsorge ein Quartalsergebnis unter den Erwartungen vorgelegt hatte.
Die Zahlen waren nicht besonders gut", kommentierte ein Händler. Zudem könnte die Aktie Börsianern zufolge auch durch einen enttäuschenden Ausblick der australischen Leighton Holdings belastet sein, an der Hochtief 50,1 Prozent hält. Leighton-Aktien waren zuvor mehr als 22 Prozent eingebrochen.
Auch die Aktien des Automobilherstellers DaimlerChrysler verbuchen Kursverluste und liegen rund 1,8 Prozent tiefer bei 37,19 Euro. Als Grund für den Abschlag vermutete ein Händler die Aussagen von Konzernchef Jürgen Schrempp, wonach er bekräftigte, seinen bis 2008 verlängerten Vertrag trotz Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied zu erfüllen.
Altana und Allianz mit Dividendenabschlag
Im Minus notieren auch die Papiere von Altana und Allianz, die einen Tag nach den Hauptversammlungen ex Dividende gehandelt wurden. Altana verlieren knapp drei Prozent auf rund 52 Euro. Rechnet man den Abschlag aus der Ausschüttung heraus, liegen die Papiere 1,2 Prozent im Minus. Allianz verlieren mehr als drei Prozent auf 88,10 Euro. Ohne Dividendenabschlag büßen sie 1,4 Prozent ein.
Deutlich mehr Gewinn im ersten Quartal 2004 treiben die Anteilsscheine des Bad Homburger Dialysespezialisten Fresenius Medical Care. FMC habe die Erwartungen deutlich übertroffen, sagten Analysten. Die Papiere gewinnen rund 1,6 Prozent auf 58,80 Euro.
Nach einer Heraufstufung von den Analysten der Deutschen Bank waren die Papiere des Handelskonzerns Metro zeitweise größter Dax-Gewinner und legten ein Prozent auf 38,36 Euro zu. Auch die Aktien des Energiekonzerns E.ON profitierten mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 55,64 Euro von einer besseren Bewertung durch die Analysten von JP Morgan.
Text: Reuters
Bildmaterial: reuters
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.422,30 | +0,03 |
| TecDax | 827,16 | +0,24 |
| DowJones | 11.543,96 | -1,46 |
| Nasdaq | 2.367,52 | -1,83 |
| STOXX 50 | 3.365,63 | +0,18 |
| Nikkei 225 | 13.072,87 | +2,39 |
| S&P 500 Zert. | 12,95 | +1,17 |
| Euro/Dollar | 1,47 | +0,23 |
| Bund Future | 114,16 | -0,12 |
| Gold | 829,80 | +0,00 |
| Öl | 113,83 | -0,54 |