Werner Franke: Kampf gegen die Volksverdummung

Experte Franke meldet sich zu Wort

Dopingtests in Peking „Volksverdummung“

Wer zu den Olympischen Spielen fahre und positiv sei, könne „doch nur ein Volltrottel“ sein, erklärte Doping-Experte Werner Franke: „Die Kontrollen hätten vier bis zehn Wochen vorher gemacht werden müssen.“

Lesermeinungen zum Beitrag

27. August 2008 22:40

Der Hochleistungssport führt sich selbst ad absurdum

gisbert heimes (gisbert4)

Man braucht nur die paar Kommentare hier zu lesen, um das zu begreifen. Es dürfte nicht mehr allzu viele geben, die den Siegern und Rekorden trauen. Das ist wie im richtigen Leben: auch dort sind die Gewinner und Gewinne längst unter Generalverdacht. Mal ehrlich, wer glaubt denn noch ernsthaft, daß es in irgendeinem Bereich der Gesellschaft völlig oder wenigstens überwiegend korrekt zugeht? Wir klammern uns lediglich an die Illusion davon. Wahrscheinlich geht es ohne diese Illusion ja auch gar nicht. Leute wie Franke sind daher sehr unbeliebt, weil sie uns dieser Illusion berauben und uns unsere Amoralität vor Augen führen.

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27. August 2008 17:17

So sehe ich das auch....

Stefan Maurer (keving5)

Möglich ist im Bezug auf Leistungssteigerung vieles, ja fast alles ist zumindest denkbar. Das wohl schon eingesetzte Gen-Doping, das in den nächsten Jahren sicherlich noch internsiviert werden wird führt den Hochleistungssport in eine neue Epoche. Das Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht, obwohl sie mit dem Beispiel Schwimmhäute oder ähnliches meiner Ansicht nach doch einen Endpunkt ansprechen könnte. Der Gefeierte sollte aussehen wie ein Mensch (schon lange nicht mehr wie einer von uns Normalbürgern). Deshlab sehe ich Techno-Doping kritisch. Prothesen und ähnliches werden sich mit der fortschreitenden Technisierung so entwickeln, das Behindertensportler in manchen Wettbewerben Vorteile haben werden. Warum kein Film gedreht wird? Weil die Emotionen echt sind. Usain Bolt freut sich aus vollster Überzeugung, feiert wie selten ein Sieger zuvor in dem Wissen gedopt zu sein - das wollen Zuschauer sehen. Höchstleistung und Emotion. Unrechtsbewusstsein beim gedopten Sieger - keine Spur. Wieso auch, er hat allen (Funktionären, Zuschauern, Verbänden, Wirtschaft) geboten was sie erwarteten und auch keinen seiner Kontrahenten betrogen...

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27. August 2008 15:34

@Stefan Maurer: Sie haben recht !

Paul Rabe (heidelpaul)

Sie sprechen das eine hochinteressante, weil im Grunde völlig korrekte Argumentationslinie an. Sie sagen ja, daß Doping nur die Fortführung auch sonstiger unnatürlicher, leistungssteigender Maßnahmen ist. Sie haben recht ! Selbstverständlich ist es z.B. unnatürlich, wenn ein Sportler sich in computeroptimierte Kraftmaschinen einspannt um das optimale (Sportartspezifische) Verhältnis von FT- zu ST Muskel-Fasern zu bekommen. Und selbstverständlich wäre es nur 'gerecht' wenn die dafür notwendige, aber bei jedem Menschen unterschiedlich angelegte natürliche Konzentration von Somatotropin einfach durch entsprechende Medikation optimiert werden würde. Nichts an Leistungssport ist "natürlich", wieso ausgerechnet der Hormonspiegel ? Aber wozu all der Aufwand ? Warum nicht gleich einfach einen Hollywoodfilm mit dem Titel 'Olympia 2008' drehen um die Illussion noch weiter zu treiben ? Oder wo liegt der Reiz an real-unnatürlichen Leistungsmaschinen ? Man könnte natürlich Schwimmern auch Schwimmhäute transplantieren oder einem Pistolenschützen das Schultergelenk so versteifen, daß er gar nicht mehr zittern kann. Medizinisch kein Problem, aber OK, die Illussion für den Zuschauer könnte da leiden, dann doch lieber die unsichtbaren Mittel....

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27. August 2008 15:01

wer wird betrogen ?

Stefan Maurer (keving5)

Betrügt ein gedopter Sportler etwa die Zuschauer? Sie und mich zuhause am den Fernsehgeräten ? Nur, wenn sie und ich sehenden Auges wegschauen, wenn wir so tun, als wären Leistungen wie die von Usain Bolt, Chris Hoy, Michael Phelps oder auch Britta Steffen (ja auch in Deutschland wird gedopt) ohne Doping möglich. Die Frage stellt sich jedoch was Doping ist? Seltsam, dass eine ganze Reihe von Hochleistungsssportlern Asthma hat, oder? Naja, die Mittel dagegen wirken natürlich leistungssteigernd. Ich gehe von einem anderen Ansatz aus, der mir das Leben als Sport-Fan mit Doping einfach macht. Alle, die in medial hervorragend verwertbaren Sportarten in der Weltspitze zu finden sind sind gedopt. Alle haben aufgrund der Globalisierung und der monetären Möglichkeiten im Spitzensport Zugang zu den selben unerlaubten Mitteln - daraus folgt, dass der talentierteste Sportler beziehungsweise der am härtesten arbeitende am Ende die Nase vorne hat. Doping wirkt nicht bei allen Menschen gleich und verzerrt also so die Ergebnisse.? Lassen sie uns die positive Reaktionsfähigkeit auf illegale Mittel in den Talenbegriff aufnehmen. Der Sport sollte durch die Legitimation des Doping von der Last des Kampfes dagegegn befreit werden.

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27. August 2008 10:25

Experte?

Bernhard Schiermer (germanist)

Herr Franke wird Experte genannt. Das ist schön für ihn. Für mich ist er der Dauernörgler, der mir - und nicht nur mir - tierisch auf den Geist geht. Wir sind dabe, den Menschen die Freude an sportlicher Leistung zu nehmen. Und wie müssen sich die sauberen Sportler vorkommen, die beispielsweise bei einer Landesmeisterschaft alles geben und siegen? Hinter ihrem Rücken spüren sie das Misstrauen der Zuschauer. Da vergeht einem doch die Lust. Die Doping-Labors müssen auf den neuesten Stand gebracht werden, die Kontrollen müssen perfektioniert werden und wer erwischt wird fliegt lebenslänglich raus. Und das Medien-Tam-Tam drumherum muss aufhören, das durch solche Leute wie Herrn Frank am Kochen gehalten wird. Wahrscheinlich lebt er schon inzwischen von den Honoraren.

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26. August 2008 16:50

Doping = Betrug

gisbert heimes (gisbert4)

"Wenn aber einer dopt, zwingt er die anderen, wenn sie gewinnen wollen, auch zu dopen. Der saubere Sportler ist zwar moralisch der überlegene, aber faktisch der Dumme." (Professor Dr. Eike Emrich, DLV-Vizepräsident) So ist es: die vielen nachgewiesenen und eingestandenen Dopingfälle der Vergangenheit, jetzt die neuerlichen 'Fabelweltrekorde' in Peking, lassen denjenigen, die künftig gewinnen und nicht nur dabei sein wollen, keine Wahl. No chance. Doping ist angesichts der Geldsummen im Sport aber nicht nur moralisch verwerflich, sondern schlicht auch Betrug. Deshalb gehört es strafrechtlich verfolgt. Gegen diese angebliche 'Kriminalisierung' des Sports wehrt sich der DOSB mit seinem Präsidenten Thomas Bach.

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26. August 2008 14:48

Alles nur eine große Illussion

Paul Rabe (heidelpaul)

Der menschliche Körper läßt sich nunmal mit natürlichen Mitteln nicht weiter 'tunen'. Jeder weis es. Aber olympische Spiele ohne neue Weltrekorde wären doch sooo Langweilig...Also wird die große Illussion aufgebaut, passend zu dem Rest dieser gigantomanischen Show. Vielleicht simulieren wir das ganze in ein paar Jahren einfach im Computer ? Die Leute an den Fersehschirmen würden es kaum merken, ob da ein gedopter Bolt oder gleich ein Computer Trickfilm läuft, der Betrug wäre der selbe. Aber dafür weniger gesundheitsschädlich....

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