OFC-Fans pilgern nach Koblenz

„Was sind schon 150 Kilometer?“

Von Michael Wittershagen

02. April 2008 Eine ungewöhnliche Anreise muten sich vier Fans des Fußball-Zweitligisten Kickers Offenbach zum Auswärtsspiel am Freitag (18.00 Uhr) bei TuS Koblenz zu. Weil es in der letzten Saison auf den Klassenverbleib der Kickers gesetzt hatte, löst das Quartett vom Fanclub „Dick und Durstig“ sein Versprechen ein: Sie wandern 150 Kilometer in drei Tagen nach Koblenz. Wie es läuft, sagt Fanclub-Sprecher Matthias Schmidt.

Herr Schmidt, wo sind Sie gerade?

Wir sind in Frankfurt gegenüber vom Museumsufer. Um halb acht am Morgen sind wir in Offenbach gestartet, der Schrittzähler sagt, dass wir etwa sechs Kilometer hinter uns haben.

Aber nach Koblenz, wo am Freitagabend die Offenbacher Kickers spielen, sind es knapp 150 Kilometer. Sie sind mit drei Freunden des Fanclubs „Dick und durstig“ unterwegs – warum tun Sie sich das an?

Es soll unser Beitrag dafür sein, dass die Kickers in der vergangenen Saison in der zweiten Liga geblieben sind. Dafür wollten wir was auf uns nehmen. Eigentlich wollten wir nach Köln rudern. Aber dann haben uns Leute vom Ruderverein gesagt, dass so eine Distanz für Untrainierte unmöglich ist. Naja, nun laufen wir halt nach Koblenz.

Was haben Sie denn alles dabei?

Jeder trägt einen Rucksack mit Wasser, wir haben Trockenobst und Powerriegel dabei, der eine hat Nudelsalat mit, der andere Obstsalat, Ersatzklamotten, Blasenpflaster, Toilettenpapier – alles, was man so braucht für einen guten Marsch. Und wir haben uns T-Shirts drucken lassen, auf denen vorn steht: „Offenbach - Koblenz, was sind schon 150 Kilometer?“

Gab es schon Reaktionen unterwegs?

Ein paar Leute haben den Daumen nach oben gehalten, haben „Kickers!“ gerufen und uns Glück gewünscht. Das können wir brauchen, gerade sind wir im Revier der Eintracht und ehrlich gesagt auch richtig froh, wenn wir aus der Stadt raus sind.

Wo werden Sie schlafen?

Wir laufen ja immer den Main entlang. Deshalb wollen wir in Mainz-Kastel zu einem Campingplatz und dann geht es weiter nach Sankt Goar bei der Loreley. Da ist dann der nächste Campingplatz.

Können Sie sich bei so viel Anstrengung überhaupt auf das Spiel freuen?

Auf jeden Fall. Deshalb sind wir unterwegs, das ist ja unser Ziel. Wir hoffen, dass wir gegen 17 Uhr, also eine Stunde vor dem Anpfiff, in Koblenz ankommen.

Und wenn die Kickers gegen Koblenz verlieren, dann wird es doch möglicherweise schon wieder eng mit dem Klassenverbleib?

Noch mache ich mir da gar keine Sorgen. Wir haben fünf Punkte Vorsprung und die anderen müssen auch erst einmal gewinnen. Aber vielleicht überlegen wir und für das kommenden Jahr wieder etwas.

Die Fragen stellte Michael Wittershagen.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: RMZ/Schmidt

 
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