04. Mai 2008 Borussia Mönchengladbach hat die letzten Zweifel an der direkten Erstliga-Rückkehr ausgeräumt - hinter dem klaren Spitzenreiter aber tobt in der zweiten Fußball-Bundesliga ein packender Vierkampf um die zwei weiteren Aufstiegsplätze (Siehe auch: Fußball: Ergebnisse 2. Liga). Nationalspieler Oliver Neuville führte den souveränen Tabellenführer am Sonntag mit zwei verwandelten Foulelfmetern zum 7:1-Kantersieg bei Kickers Offenbach, das nach zwei Platzverweisen in der zweiten Spielhälfte chancenlos war.
Phantastisch. Wenn man bei einem solchen Druck mit einem 7:1 vom Platz geht, kann man nur stolz sein, kommentierte Trainer Jos Luhukay. Die Gladbacher können bei sieben Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz schon an diesem Mittwoch gegen den SV Wehen Wiesbaden im eigenen Stadion die Bundesliga-Rückkehr perfekt machen.
Antar und Mohamad per Doppelschlag zum Kölner Sieg
Zwei aus Vier heißt die weitere Aufstiegs-Formel: Der FSV Mainz (55 Punkte), der 1. FC Köln (54), Aufsteiger 1899 Hoffenheim (53) und der SC Freiburg dürfen auf ein Happy-End hoffen. Der große Sieger neben Gladbach war am Sonntag Christoph Daum: Der FC-Coach durfte vor 50.000 Zuschauern in Köln einen 3:1-Sieg im Spitzenspiel gegen Hoffenheim bejubeln. Die Luft hat gebrannt. Das ist ein ganz großer Tag. Es war ein wichtiger Schritt, aber wir müssen noch drei weitere gehen, sagte Mittelfeldspieler Thomas Broich.
Roda Antar (66.) und Youssef Mohamad (69.) sorgten mit einem Doppelschlag für den Kölner Sieg. In der ersten Hälfte hatte Milivoje Novakovic (11.) den FC mit seinem 19. Saisontor in Führung gebracht. Sead Salihovic glich für die Hoffenheimer per Elfmeter zum 1:1 aus (26.). Extremsituationen sind das Elexier, wo große Mannschaften und große Spieler geboren werden, hatte Daum vor Spielbeginn gesagt. Jedes Spiel ist jetzt ein Endspiel.
55 Punkte reichen dieses Jahr nicht zum Aufstieg
Bereits am Freitag hatten Mainz und Freiburg wichtige Dreier vorgelegt: Zum Auftakt des 31. Spieltags feierten die Mainzer dank eines Last-Minute-Tores von Elkin Soto einen knappen 2:1-Sieg im rheinland-pfälzischen Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern, trotzdem warnte Trainer Jürgen Klopp vor verfrühter Begeisterung: 55 Punkte reichen in diesem Jahr nicht zum Aufstieg.
Die Freiburger siegten beim TSV 1860 München deutlich mit 3:0. Für die Spielvereinigung Greuther Fürth - sechs Mal Fünfter in den letzten sieben Jahren - ist nach dem 1:1 gegen den Tabellenletzten SC Paderborn der Aufstiegs-Traum dagegen einmal mehr geplatzt.
Großer Gewinner im Tabellenkeller ist die TuS Koblenz
Am Tabellenende ist auch noch keine Entscheidung gefallen, aber drei Absteiger stehen praktisch fest: Das punktgleiche Trio Aue, Jena und Paderborn bräuchte bei sieben Zählern Rückstand auf den rettenden 14. Platz an den letzten drei Spieltagen schon ein Fußball-Wunder, um dem Sturz in die neue dritten Liga noch zu entgehen.
Großer Gewinner im Tabellenkeller war die mit einem Abzug von acht Punkten zum Saisonende bestrafte TuS Koblenz: Das Team von Trainer Uwe Rapolder gewann das Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden nach Toren von Gabriel Fernandez und Noureddine Daham mit 2:0. Noch nicht gerettet ist der FC Augsburg, der bei Alemannia Achen mit 0:3 verlor.
Kickers Offenbach mit einem rabenschwarzen Tag
Gleich zwei Mal bewies der noch auf eine EM-Teilnahme hoffende Neuville beim höchsten Gladbacher Saisonsieg vom Elfmeterpunkt aus die Nerven. Mit seinen Saisontoren 14 und 15 sorgte der Stürmer für die 2:0-Führung. Marko Marin, Sharbel Touma, Marcel Ndjeng, Soumaila Coulibaly und nochmals Ndjeng schossen die weiteren Treffer für die Borussia, auf deren Konto auch das einzige Gegentor ging: Roel Brouwers traf per Kopf ins eigene Gehäuse.
Für Offenbach war es im Abstiegskampf ein schwarzer Tag, denn Aristide Bancé (43.) und Moses Sichone (48.) sahen zusätzlich jeweils die Rote Karte.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa
