Schädel- und Kieferbruch

Randalierer verletzen Ordner mit „äußerster Brutalität“

04. Mai 2008 Randalierer des Fußball-Bundesliga-Klubs VfL Bochum haben einem Ordner von Arminia Bielefeld vor dem Auswärtsspiel auf der Alm am Samstag (0:2) mit äußerster Brutalität schwere Kopfverletzungen zugefügt. Der 34 Jahre alte Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma Germania wurde laut Polizeibericht im Block der Gäste mit „Schlägen, Stößen und Tritten massiv angegriffen“ und erlitt laut Auskunft der Pressesprecher beider Klubs einen Schädel- sowie einen beidseitigen Kieferbruch.

Ob Lebensgefahr besteht, wurde zunächst nicht bekannt. Nach ARD-Informationen wurde der Patient am Sonntagnachmittag in ein künstliches Koma versetzt. Die Polizei verhaftete nach Auswertung des Foto- und Videomaterials eine 21-Jährige und einen 19-Jährigen. „Der Ordner ist im Block in eine Personenlücke gefallen und lag am Boden. Die Tatverdächtige soll von einem Wellenbrecher auf das Opfer gesprungen sein. Unklar ist, ob sie vorher geschubst wurde“, sagte der Sprecher des Bielefelder Polizeipräsidiums, Michael Waldhecker: „Es wurde bereits Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet. Beide Tatverdächtige wurden vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt.“

„Ich weiß nicht, ob es um Leben oder Tod geht“

Das in Bielefeld wohnende Opfer liegt in der Aufnahmestation des Evangelischen Krankenhauses Gilead im Stadtteil Bethel. Derzeit laufen nach Auskunft einer Sprecherin weitere Untersuchungen. Eine genauere Diagnose sollte am Nachmittag erfolgen, laut Oberarzt Dr. Uterhark wird es allerdings erst am Montag weitere Informationen geben. „Ich weiß nicht, ob es um Leben oder Tod geht. Ich weiß nur, dass es sehr heftig war“, sagte Waldhecker.

Der Ordner wollte eingreifen, nachdem in der Gästekurve kurz vor dem Anpfiff mehrere Rauchbomben und ein Kanonenschlag gezündet worden waren. Durch die Explosion und anschließende Rauchentwicklung wurden fünf weitere Personen verletzt. „Sie hatten teilweise offene Wunden und Verbrennungen beziehungsweise Augenreizungen und mussten vor Ort durch Ärzte und den Sanitätsdienst behandelt werden“, hieß es im Polizeibericht.

„Die Täter dürfen nie wieder ein Stadion betreten“

Insgesamt wurden zehn Personen vorübergehend verhaftet. „Unsere szenekundigen Beamten haben die Verdächtigen schon am Bahnhof gestellt“, sagte VfL-Pressesprecher Christian Gruber: „Wir werden alles tun, dafür zu sorgen, dass die Täter nie wieder ein Fußball-Stadion betreten dürfen. Unser Mitgefühl gilt dem Verletzten und seinen Angehörigen.“

Weitere Ermittlungen hat der Verein laut Gruber bereits eingeleitet: „Wir prüfen anhand des vorhandenen Materials, ob wir weitere Personen zur Verantwortung ziehen können.“ Vorstand Ansgar Schwenken hatte nach dem Abpfiff bereits angekündigt, die Vorwürfe „vorbehaltlos“ aufzuklären. Laut Arminia-Pressesprecher Axel Ubben steht der Klub „im engen Kontakt mit dem VfL“. „Dies ist ein sehr trauriger Aspekt bei diesem Sieg“, sagte Ubben.



Text: FAZ.NET mit Material vom sid
Bildmaterial: AP, ddp, dpa

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