Bevölkerung

Zuwanderung kann geringe Geburtenrate nicht ausgleichen

29. Juni 2005 Die Bevölkerung ist in Deutschland 2004 etwas zurückgegangen. Wie schon seit 1991 üblich wurden weniger Kinder geboren als Menschen starben, die Zuwanderung konnte dieses Geburtendefizit wie 2003 aber nicht mehr ausgleichen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Insgesamt sank die Zahl der Einwohner um 31.000 auf 82,501 Millionen.

Regional verlief die Bevölkerungsentwicklung wie in den vergangenen Jahren sehr unterschiedlich: Während die Einwohnerzahl in mehreren westdeutschen Bundesländern leicht zunahm, lebten in den neuen Ländern Ende 2004 weniger Menschen als ein Jahr zuvor. Dabei war der Bevölkerungsrückgang in Sachsen-Anhalt mit 1,1 Prozent am größten.

Insgesamt lebten in Westdeutschland 65,68 Millionen Menschen und damit 0,1 Prozent mehr als Ende 2003. Die Bevölkerung in Ostdeutschland lag mit 13,433 Millionen um 0,7 Prozent niedriger. Die Einwohnerzahl Berlins blieb mit 3,388 Millionen weitgehend unverändert. 2003 war die Bevölkerungszahl in Deutschland lediglich um 5000 zurückgegangen. Im gesamten Bundesgebiet überstieg 2004 den Statistikern zufolge die Zahl der Sterbefälle die Geburten um 113.000.

Überschuß bei Zuwanderung verringert sich deutlich

Obwohl auch im vergangenen Jahr mehr Menschen nach Deutschland zuwanderten als das Land verließen, reichte dieser Zuwanderungsüberschuß von 83.000 nicht, um die Bevölkerung konstant zu halten. Dabei zogen rund 602.000 Ausländer nach Deutschland und damit in etwa so viele wie 2003. „Bei den Fortzügen ausländischer Personen ins Ausland gab es aber eine deutliche Steigerung um 9,5 Prozent oder 48.000 auf 547.000", erklärten die Statistiker. Damit reduzierte sich der Wanderungsüberschuß bei ausländischen Personen um fast 50 Prozent im Vergleich zu 2003, nachdem er bereits in jenem Jahr zum Vorjahr um ein Drittel gesunken war.

Auch der Zuzug von Spätaussiedlern ging zurück: 2004 kamen nur noch 50.000 Spätaussiedler nach Deutschland - 12.000 weniger als im Jahr zuvor. Der Wanderungsüberschuß deutscher Personen sank damit auf 27.300.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters

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