Die Frau aus dem Netz

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Treffpunkt für viele: myspace.com

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28. November 2008 Lisa Rank gehört zu den Leuten, die ich bei Myspace unter Freunde eingetragen habe. Ich arbeite für einen Radiosender in Österreich, der alternative Musik spielt, und weil inzwischen sehr viele Bands eine eigene Seite auf Myspace haben, habe ich mich da angemeldet, um zu recherchieren. Das ist die einzige Plattform, auf der ich bin, ich habe noch nicht einmal das Standarddesign verändert, im Gegensatz zu Lisa.

Ihre Seite ist weiß, es gibt darauf ein Foto von ihr und einen Spruch, zurzeit einen von Sarah Kane, und manchmal Musik, die ihr gefällt. Sonst steht da nur, dass sie in Berlin wohnt, vergeben ist und irgendwann Kinder will. Ich stelle sie mir als eine lebenslustige junge Frau vor, die interessiert ist an den Dingen, nicht oberflächlich, sie wechselt häufig ihre Frisur, geht oft auf Konzerte und verreist. Das weiß ich aus ihrem Blog, den ich regelmäßig lese, dabei hab' ich die Sache mit den Blogs nie verstanden.

Ich weiß nicht, warum ich mich für Menschen interessieren soll, die ich nicht kenne. Aber der Blog von Lisa ist anders. Sie schreibt kleine Geschichten, in denen ich etwas Allgemeingültiges erkenne, auch wenn es um Nebensächlichkeiten geht. Unsere Beziehung ist insofern natürlich eher einseitig, weil ich nur ihre Seite lese. Aber manchmal mailen wir uns, und im Sommer war ich für einige Tage in Berlin.

Ich habe sie gefragt, ob wir uns treffen wollen, sie hat mir gleich angeboten, dass ich bei ihr übernachte, das fand ich irrsinnig nett. Es hat sich dann nicht ergeben, weil sie gerade in München war. Maria Motter, 29, Graz

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