21. Oktober 2002 Mäuse, deren Gehirne eine erhöhte Menge des Proteins KIF17 aufweisen, finden sich in Labyrinthen besser zurecht und merken sich eingeübte Wege länger. Diese Erkenntnis der japanischen Forscher um Nabutaka Hirokawa von der Universität Tokio ergänzt das Verständnis von Lernprozessen.
Der Eiweißstoff KIF17 unterstützt einen anderen Stoff, der schon länger als Lernfaktor bekannt ist. Das Protein NR2B kann nur wirken, wenn es aus den Hirnzellen an die umschließende Membran transportiert wird. Diese Aufgabe übernimmt KIF17, das die Forscher als Motor-Protein bezeichnen. Es bringt das Rezeptor-Protein NR2B auf den Zellschienen, den Mikrotubuli, an die Membran. Dort kann es dann wirken und die Denk- und Lernfähigkeit des Gehirns beeinflussen.
Um die Rolle des Proteins zu testen, haben die Forscher Mäuse gentechnisch gezüchtet, die mehr KIF17 erzeugen als normale Mäuse. Diese Mäuse mussten standardisierte Labyrinthe bewältigen - die KIF17-Mäuse waren dabei viel schneller und behielten das Gelernte länger. Die manipulierten Mäuse hatten zudem erhöhte NR2B-Anteile im Gehirn. Diese Erkenntnis könnte neue Einblicke in die Gründe für Lern- und Gedächtnisdefizite geben.
Text: @cop
Bildmaterial: dpa