04. Juli 2006 Italien hat offiziell die Rückgabe des toten Braunbären Bruno verlangt. Ein entsprechendes Fax aus Rom sei am Dienstag eingegangen, sagte der Sprecher des bayerischen Umweltministeriums, Roland Eichhorn, auf Anfrage. Wir werden uns vorurteilsfrei mit der Anfrage befassen. Sobald Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) eine Entscheidung getroffen habe, werde diese mitgeteilt.
Rom begründet seine Forderung nach Auslieferung des toten Tieres damit, daß Bruno zum EU-finanzierten Projekt Life Ursus gehörte. Der Braunbär war Teil eines auf italienischem Staatsgebiet durchgeführten Projekts zur Wiedereingliederung der Braunbären in der Adamello-Brenta-Gruppe und ist somit Eigentum des italienischen Staates, heißt es in dem vom italienischen Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio unterzeichneten Schreiben. Scanio berufe sich dabei aber nicht auf eine bestimmte rechtliche Grundlage, sagte Eichhorn dazu.
Wohin in Italien der Kadaver des am Montag vor gut einer Woche im Rotwandgebiet abgeschossenen jungen Bären gebracht werden solle, sei unklar. Unklar blieb auch, was dann weiter mit dem Tier geschehen sollte. Der Bär war wochenlang im deutsch-österreichischen Grenzgebiet umhergestreift und hatte Schafe, Kaninchen und Geflügel gerissen. Finnische Experten hatten vergeblich versucht, den Bären einzufangen.
Erstmals kamen am Dienstag in Trient Bärenexperten der Alpenanrainer zusammen, um über ein gemeinsames Bärenmanagement zu beraten. Im Mittelpunkt standen wildbiologische Fragen. Ein weiteres Treffen ist im August im schweizerischen Chur geplant. Bayerns Umweltminister will an diesem Donnerstag vor dem Landtag ausführlich zum Fall Bruno Stellung nehmen. Die SPD-Fraktion hatte eine schriftliche Anfrage gestellt.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
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