Datensicherheit

Telekom nimmt Kundenportale vom Netz

Sicherheitslücke: T-Com-Kundenportal ist nicht erreichbar

Sicherheitslücke: T-Com-Kundenportal ist nicht erreichbar

27. Juli 2004 Nach Berichten über Sicherheitslücken bei Online-Diensten der Telekom-Festnetztochter T-Com sind die Kundenportale am Dienstag vorübergehend nicht mehr erreichbar gewesen. Die Telekom habe die Zugänge über www.t-mart-services.de und www.t-obsoc.de seit dem Vormittag vom Netz genommen, hieß es in Medienberichten.

Experten des Chaos Computer Club (CCC) hatten zuvor kritisiert, daß Internetnutzer mit „einfachsten Mitteln“ auf fremde Kundendaten zugreifen könnten. Betroffen seien alle T-Com-Angebote etwa zur Verwaltung von Websites, die auf einer Benutzerverwaltung nach dem so genannten Obsoc-Standard basierten. Die Deutsche Telekom reagierte bisher nicht auf die Berichte. Auf den Seiten waren lediglich Hinweise zu lesen wie: „Baustelle. Wir arbeiten für Sie“ oder die Portale waren gar nicht aufrurbar.

Vertrauliche Hinweise mißachtet?

Der CCC warf dem Bonner Konzern vor, auf vertrauliche Hinweise bezüglich der erkannten Probleme vor einem Jahr nicht ausreichend reagiert zu haben. „Angreifer mit genügend krimineller Energie“ hätten sich vermutlich bereits in den Datenbeständen herumgetrieben, warnten die Experten. Zu den möglicherweise betroffenen Kunden gehören demnach unter anderen der Bundesnachrichtendienst, die Deutsche Bundesbank, die Bundesgrenzschutzdirektion und das Bundesamt für Zivildienst.

Die so genannte OBSOC (Online Business Solution Operation Center) ist mit Microsofts „Passport“-System vergleichbar und wird von der Festnetz-Tochter der Telekom als Vertragsverwaltung genutzt. Nach Angaben von Dirk Heringhaus, Autor des CCC-Fachmagazins „Die Datenschleuder“, wurde das Verwaltungssystem von der Telekom gemeinsam mit Microsoft entwickelt. Darüber werden alle wichtigen Informationen zu den Kundenverträgen wie Daten der Kunden und des Vertriebs, Art des Produkts und eventuelle Zusatzleistungen verwaltet, hieß es.

Text: FAZ.NET mit Material von AFP und dpa
Bildmaterial: Archiv

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