06. Juni 2002 Mit einer Entschädigung von zehn Millionen Dollar (rund 10,7 Millionen Euro) will die Fast-Food-Kette McDonald's die Gemüter von Hindus und Vegetariern beruhigen. Jahrelang hatte der Konzern damit geworben, seine Pommes frites in reinem Pflanzenöl zu brutzeln. Damit waren sie auch für Vegetarier sowie für Hindus, die in der Regel keine Rinderprodukte essen, weil sie die Kuh als heilig betrachten, verträglich. Umso größer der Schreck, als die Pommes-frites-Genießer dem würzigen Geschmack der Kartoffelstäbchen auf den Grund gingen und dabei auf Rinderfett stießen.
McDonald´s musste nun kleinlaut eingestehen, dass die Hamburger-Bräter in ihren US-Pommes Rinderfett als Geschmackszusatz verwenden und sich für die falschen Informationen bei ihren Kunden entschuldigt. Im Konzern sei man entschlossen, künftig sensibler mit den Bedürfnissen der Kunden umzugehen, hieß es am Mittwoch aus der Zentrale in Oak Brook im US-Bundesstaat Illinois.
Jeder Kläger erhält 4.000 Dollar Entschädigung
Im vergangenen Jahr hatten zunächst drei Vegetarier in Seattle Klage gegen McDonald's eingereicht, weil es aus Rindern gewonnenes Gewürz eingesetzt hat. Später schlossen sich weitere Kläger in den US-Staaten Kalifornien, Texas, New Jersey und Illinois an. Wie die Staatsanwaltschaft in Seattle am Dienstag mitteilte, soll jeder der elf Kläger davon 4.000 Dollar (rund 4.300 Euro) erhalten. Der Rest des Geldes soll nach Angaben von McDonald's-Sprecherin Anna Rozenich an Verbraucherschutzorganisationen gehen.
Der Anwalt Harish Bharti, der die Sammelklagen wegen des Rinderfetts vor einem Jahr in den westlichen US-Bundesstaaten Kalifornien und Washington eingereicht hatte, zeigte sich mit dem Ausgang zufrieden. Er hoffe, dass dadurch die Kultur der Fast-Food-Konzerne verändert werde und auch andere dieser Unternehmen künftig offener gegenüber ihren Kunden seien. Als Teil der Einigung wird McDonald's auch ein Beratungsgremium einsetzen, das den Konzern über die Nahrungsgewohnheiten verschiedener Kundengruppen informieren soll.
Text: @mg
Bildmaterial: AP