Flugverkehr

Heathrow: Der Nebel lichtet sich langsam

23. Dezember 2006 Gute Nachrichten für Flugreisende in Großbritannien: Der Nebel über der Insel verzieht sich, weswegen die seit Mittwoch blockierten Flughäfen langsam wieder zum Normalbetrieb übergehen. Am Samstag mußten nach Angaben eines Flughafensprechers nur noch etwa 70 innereuropäische Flüge abgesagt werden.

In den Tagen zuvor waren der schlechten Sicht alles in allem rund tausend Flüge zum Opfer gefallen. Kurz vor Weihnachten lichtete sich jedoch der Nebel, so daß wieder mehr Starts und Landungen stattfinden konnten. Trotzdem hingen immer noch verärgerte Passagiere in Heathrow fest.

„Weiterhin auf die Geduld der Passagiere abhängig“

Die britische Fluggesellschaft British Airways (BA), die von den Absagen am schlimmsten betroffen war, mußte am Samstag noch 46 Flüge streichen. Am Tag zuvor waren es rund 170 gewesen. Der Flugverkehr am Samstag werde „zu 95 Prozent“ wieder normal sein, sagte ein BA-Sprecher. Auch andere Fluggesellschaften mußten wegen des Nebels weniger Flüge streichen als in den Tagen zuvor. Die Lufthansa konnte London-Heathrow nach Angaben eines Sprecherin wieder planmäßig anfliegen. Allerdings kam es noch zu einigen Verspätungen.

Nach drei Tagen dichten Nebels war die Sicht in Heathrow am Samstag deutlich besser. „Wir sind aber weiterhin auf die Geduld der Passagiere angewiesen“, sagte ein Sprecher. An vielen Schaltern gab es immer noch ungewöhnlich lange Schlangen. Auch die Zelte, die in Heathrow für die gestrandeten Passagiere aufgestellt wurden, sollen mindestens bis Sonntag stehen bleiben.

Zu den weiteren Aussichten sagte der Flughafensprecher: „Wir sind vom Wetter abhängig. Aber es sieht so aus, als ob es besser wird.“ Möglicherweise werde am Sonntag in Heathrow bereits wieder Normalbetrieb sein. British Airways setzte zusätzliches Personal ein, um die Lage schneller wieder in Griff zu bekommen. Auf Strecken wie nach Frankfurt, Madrid und Paris hatte die Fluglinie größere Maschinen im Einsatz, um mehr Passagiere befördern zu können.

60.000 Menschen waren betroffen

Für tausende Reisende kommen die guten Nachrichten vom besseren Wetter allerdings zu spät. Sie saßen seit Mittwoch in Heathrow und anderen Flughäfen des Landes fest und versuchten zum Teil per Auto, Bus und Bahn auf anderen Wegen zum Ziel zu kommen - nicht immer mit Erfolg.

Britische Zeitungen druckten am Samstag Karten, die Straßensperrungen, Bahnunterbrechungen und vom Nebel eingehüllte Flughäfen im ganzen Land zeigten. Heathrow hatte zuletzt eher einem Flüchtlingslager denn einem Airport geähnelt. 60.000 Menschen waren von Verspätungen oder Annullierungen betroffen.



Text: Reuters
Bildmaterial: AP

 
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