22. Juni 2006 Die finnischen Bärenjäger sind Braunbär Bruno wieder auf den Fersen. Gegen acht Uhr war der Bär am Donnerstag im Tiroler Bezirk Kufstein aus einer Entfernung von etwa 30 Metern gesichtet worden. Momentan wandert er wieder zurück nach Brandenberg, wo er sich schon am Mittwoch herumgetrieben hat, sagte Thomas Schönherr, Sprecher der Tiroler Landesregierung: Bruno entwickelt sich immer mehr zum Fluchtbären.
Der Braunbär aus Norditalien mit dem offiziellen Namen JJ1 war am Mittwoch vom Fangteam am Rande einer Klamm in der Nähe des Achensees in Tirol aufgespürt und von den Hunden gestellt worden. Am Ende aber entkam er wieder einmal. Und bei der Hatz im extrem schwierigen Gelände ging dann auch noch einer der Karelischen Bärenhunde verloren, die seit fast zwei Wochen vergeblich nach Spuren schnüffeln.
Finnische Bärenjäger kehren in ihre Heimat zurück
Bei widriger Witterung mit starkem Regen und Hagelschlag verschwand der Hund im unwegsamen und sehr steilen Gelände. Durch das an den hohen Felsen entstehende Echo funktionierte nicht einmal der satellitengestützte GPS-Sender, mit dem die Hunde gewöhnlich jederzeit geortet werden können. Doch der Vermißte erschien wieder: Er ist geortet worden und wieder bei seinem Rudel, sagte Schönherr. Am Donnerstag setzten die Bärenjäger nur noch zwei ihrer fünf Hunde ein. Wir wollen den anderen etwas Erholung gönnen.
Nach Angaben des Sprechers könnte sich die Zukunft Brunos möglicherweise am kommenden Montag entscheiden. Dann werden die finnischen Bärenjäger voraussichtlich ihre Suche einstellen und in ihre Heimat zurückkehren. Schönherr: Wir müssen dann entscheiden, was mit dem Tier geschehen soll. Eine Option ist in der Tat, ihn zum Abschuß freizugeben. Ziel werde es aber weiter bleiben, den Streuner, der seit über einem Monat zwischen Bayern und Österreich hin und her pendelt, zu narkotisieren und in ein sicheres Wildgehege zu bringen.
Text: F.A.Z., 23.06.2006, Nr. 143 / Seite 9
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