27. Juli 2004 Ein Computerwurm hat am Montag zeitweilig die Funktionen bekannter Internet-Suchmaschinenen beeinträchtigt. Der Wurm - ein Nachfolger des berüchtigten MyDoom - ist nach Einschätzung von Experten auch für den zweitweiligen Ausfall der Suchmaschine Google in den Vereinigten Staaten und einigen Ländern Europas verantwortlich. Die jüngste Version von MyDoom, die verstärkt auf den Mailboxen von Anwendern eingelaufen ist, benutzt die Suchmaschinen, um sich weiter zu verbreiten", teilte der amerikanische Sicherheitsforschungsdienst SANS mit.
Der neue Wurm, der zur Zeit im Internet sein Unwesen treibt und ungeschützte PCs befallen kann, trägt die Bezeichnung MyDoom.m oder MyDoom.o". Einige Suchmaschinen-Betreiber, darunter auch Yahoo und AltaVista, hätten sich über eine Beeinträchtigung der Leistung ihrer Großrechner beklagt. Der ursprüngliche Wurm MyDoom hatte Anfang Februar weltweit für Aufregung gesorgt.
Alles wurde auf einmal langsamer
Wir konnten sehen, wie alles auf einmal langsamer wurde", berichtete Della Lowe erklärt, Sprecherin des Unternehmens Keynote Systems, das für Messungen der Webleistung zuständig ist, von dem einsetzenden Effekt der neuen MyDoom-Version. Google traf der Ausfall am Montag just an dem Tag, als das Unternehmen ankündigte, bei seinem für dieses Jahr geplanten Börsengang rund zwei Milliarden Dollar erlösen zu wollen. Ein Sprecher des Konkurrenten Yahoo sagte, von dem Problem sei lediglich die Suchmaschine betroffen.
Das auf die Viren-Bekämpfung spezialisierte Unternehmen Symantek teilte mit, in nur zwei Stunden habe es rund 250 Anfragen wegen des Computerwurms gegeben - was auf eine ähnliche Dimension des Problems schließen lasse, wie damals" bei der folgenschwersten MyDoom-Attacke. Ein Sprecher des Konkurrenz-Unternehmens McAfee warnte, wahrscheinlich werde sich 2004 als ein neues Rekordjahr bei den bösartigen und erfolgreichen Computerviren und -Würmern erweisen. Wir sind da bereits auf einem Rekordniveau", sagte der Sprecher.
Weitere Informationen zum MyDoom.M-Virus gibt es auf den Internet-Seiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter der URL www.bsi.de
Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: dpa