Verkehrsunfall

Drei Tote bei schwerem Busunfall in Thüringen

Drei Frauen starben, als dieser dänische Reisebus verunglückte

Drei Frauen starben, als dieser dänische Reisebus verunglückte

24. Januar 2004 Bei einem schweren Busunglück auf der Autobahn A 9 in Thüringen sind in der Nacht zum Samstag drei Frauen ums Leben gekommen, darunter die 47jährige Fahrerin. 40 Menschen wurden mit teils schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach ersten Erkenntnissen war der Bus bei Bad Klosterlausnitz mit überhöhter Geschwindigkeit auf einen haltenden Lkw aufgefahren.

Für die meist dänischen Passagiere sollte es ein fröhlicher Skiurlaub in Österreich werden, doch an der Anschlußstelle Bad Klosterlausnitz in Fahrtrichtung Nürnberg endete die Fahrt im Schrecken. Gegen 1.10 Uhr raste der Bus in einen Lkw, der wegen eines vorangegangenen Autounfalls gestoppt hatte, und schob ihn auf einen weiteren Lkw. Die Busfahrerin, eine Norwegerin, war sofort tot. Ihre 39jährige Beifahrerin und eine 58jährige Urlauberin erlagen kurz darauf ebenfalls ihren schweren Verletzungen. Verletzt wurden auch ein Lkw- Fahrer und sein Beifahrer.

Zu hohes Tempo

Die gesamte Frontseite des Busses war völlig zerstört. Die Wucht des Aufpralls hatte Sitze aus ihrer Verankerung gerissen. Kein einziger der überlebenden 41 Businsassen war unverletzt geblieben. Selbst erfahrene Polizisten zeigten sich von diesem Ausmaß entsetzt. „Einen solch schrecklichen Unfall habe ich in meinen vielen Jahren bei der Polizei nicht erlebt“, sagte Peter Oertel von der Autobahnpolizei Hermsdorf.

Der Unfall ereignete sich kurz nach einer Stelle, an der die dreispurige Autobahn zweispurig wurde. Laut Polizei war die Autobahn zum Zeitpunkt des Unglücks weder verschneit noch glatt. Dies und die Tatsache, daß der Bus ungebremst in den Lkw raste, weckte Vermutungen, die Fahrerin könne am Steuer für Sekunden eingeschlafen sein. „Ich beteilige mich nicht an diesen Spekulationen,“ sagte dazu der Leiter der ermittelnden Staatsanwaltschaft Gera, Raimund Sauter, bei einer Pressekonferenz. Die Ermittler gehen derzeit von erheblich erhöhter Geschwindigkeit des Reisebusses aus. Genauen Aufschluß darüber soll die Auswertung des Tachometers geben. An der Unfallstelle gilt ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern.

Autobahn voll gesperrt

Ein Großaufgebot von über 150 Polizeibeamten, Feuerwehr- und Rettungskräften war bei eisigen Temperaturen stundenlang vor Ort, um die Opfer zu bergen. Rettungsfahrzeuge und zwei Rettungshubschrauber brachten die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser. In Lebensgefahr befindet sich nach Angaben des Klinikums Jena keiner der Verletzten. Die Autobahn war wegen der komplizierten Rettungs- und Bergungsarbeiten bis 6.00 Uhr teils voll gesperrt. Der verunglückte Bus war am Freitagmittag in Kopenhagen gestartet.

Erst am 5. Januar war ein mit Schülern aus Dänemark besetzter Reisebus an einer Tankstelle an der A 9 in Bayern in Brand geraten. Die insgesamt 66 Insassen blieben unverletzt.

Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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