07. Januar 2005 In einer Predigt am Dreikönigstag hat der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner den biblischen Kindermord von Betlehem mit den Verbrechen Hitlers und Stalins und dem Schwangerschaftsabbruch verglichen.
Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sagte an diesem Freitag in Düsseldorf, Meisner habe den NS-Völkermord mit der heutigen Abtreibung gleichgesetzt und damit Millionen Holocaust-Opfer beleidigt.
Spiegel: Meisner muß sich distanzieren
Spiegel forderte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: Meisner muß sich unverzüglich von diesem unzulässigen Vergleich distanzieren. Ein Bischof habe eine Vorbildfunktion. Es habe schon Personen des Öffentlichen Lebens gegeben, die haben auf Grund solcher Äußerungen von ihren Ämtern zurücktreten müssen.
Der Sprecher des Kölner Erzbistums, Manfred Becker-Huberti, sagte: Der Kardinal hat das Verbrechen der Abtreibung in Zusammenhang gebracht mit den großen historischen Verbrechen. Der Sprecher betonte zugleich: Er hat nicht die Juden verunglimpft, sondern die Verbrechen von Hitler und Stalin angeprangert. Wörtlich habe Meisner im Kölner Dom gesagt: Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen läßt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
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