17. Mai 2005 Die Bahntickets im Sonderverkauf beim Discounter Lidl rechnen sich nach Angaben der Stiftung Warentest längst nicht für jeden. Vor allem für kurze und mittlere Strecken gebe es oft günstigere Angebote, erklärte die Stiftung am Dienstag. Zugleich warf sie der Deutschen Bahn vor, sie mache den Tarifdschungel immer undurchschaubarer. Bahn-Sprecher Achim Stauß zeigte sich über die Kritik verwundert. Man kann mit dem Ticket nichts falsch machen, sagte er.
In Lidl-Supermärkten gibt es ab 19. Mai zwei deutschlandweit gültige Fahrkarten für 49,90 Euro. Nach Angaben der Bahn rechne sich das Angebot bereits ab einer Strecke von etwa 160 Kilometern, erklärten die Warentester. Tatsächlich aber gelangten viele Kunden auch bei längeren Reisen mit anderen Fahrkarten preiswerter ans Ziel. Vor allem wenn mehrere Personen gemeinsam führen, seien zum Beispiel Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets oder die Sparpreise oft günstiger.
Für Familien lohnt sich das Angebot selten
Den beliebten Mitfahrerrabatt gebe es beim Lidl-Ticket nicht. Auch für viele Familien lohne sich das Billigangebot nicht: Während andere Bahntickets häufig die kostenlose Mitnahme von Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren ermöglichten, würden diese Sprößlinge beim Lidl-Ticket wie Erwachsene zur Kasse gebeten. Außerdem kritisierten die Verbraucherschützer, daß an einer Discounter-Kasse Preisvergleiche und Kundeninformation nicht zu erwarten seien.
Bahn-Sprecher Stauß erwiderte, das Angebot sei außerordentlich preiswert und in der Handhabung einfach. Es richte sich an Neukunden und Impulskäufer. Die, die es kaufen, werden schon die richtige Wahl treffen, fügte er hinzu.
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