Musik

Neue Regeln für den Grand Prix

02. Oktober 2007 Nach der Kritik vor allem aus den traditionsreichen westlichen Grand-Prix-Ländern an dem Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Helsinki im Mai hat die Europäische Rundfunkunion (Ebu) nun weitreichende Regeländerungen beschlossen. Damit erhofft man sich offenbar, die vermeintliche Dominanz osteuropäischer Länder eindämmen zu können.

Für das Finale im Mai 2008 gesetzt sind nach Angaben der Ebu künftig nur noch fünf Länder, und nicht mehr 14. Bislang kamen auch die Teilnehmer, die im Vorjahresfinale die Plätze zwei bis zehn belegt hatten, in die jeweils nächste Endrunde. In Belgrad werden nun erstmals nur noch Serbien als Vorjahressieger und als Gastgeber sowie die vier großen Geldgeber der Veranstaltung - Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien - automatisch in der Endrunde stehen. Alle anderen Teilnehmer müssen sich künftig in zwei Halbfinals qualifizieren, und nicht mehr nur wie bisher in einer Vorrunde. Das Los wird dabei über die Zusammensetzung der Halbfinals entscheiden. Die besten neun Künstler dürfen dann nur noch die Zuschauer jener Länder bestimmen, die im jeweiligen Halbfinale auch vertreten sind.

Auch kritische Bemerkungen zur Kenntnis genommen

Über die zwei zehnten Plätze entscheidet eine Jury im Saal: Nur eines der beiden Länder kann die Runde der letzten 24 erreichen. Der Ebu-Verantwortliche Svante Stockselius ist überzeugt davon, dass ein zweites Halbfinale den ESC stabilisieren wird. Die Rundfunkunion habe die Vorschläge der Fernsehanstalten und der Fans geprüft und auch die kritischen Bemerkungen in der Presse zur Kenntnis genommen.

Mit der neuen Regelung nehme die Fairness im Wettbewerb zu, außerdem bestehe nun die Chance auf ein interessanteres Finale, sagt Stockselius. Beim diesjährigen Wettbewerb wurden einschließlich der serbischen Gewinnerin Marija Serifovic neun der zehn vordersten Plätze von osteuropäischen Ländern belegt. Das hatte zu heftigen Unmutsäußerungen bis hin zu Rückzugsdrohungen aus den traditionell starken Grand-Prix-Ländern in Skandinavien und den Benelux-Staaten geführt. Zudem hieß es, der Wettbewerb sei angeblich durch das gegenseitige „Zuschanzen“ von Punkten innerhalb der osteuropäischen Länder für die westeuropäischen Teilnehmer nicht mehr zu gewinnen. Das allerdings stimmt nicht, wie ESC-Fachleute schnell ausrechneten: Selbst ohne die Punkte aus Osteuropa hätte Serbien den Grand Prix in Helsinki klar gewonnen.



Text: pps. / F.A.Z.
Bildmaterial: ddp

Rubriken
Blättern

Notlandung in Manila

Sturzflug mit Loch im Rumpf

 
Video in voller Größe
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche