Nach der Bärenjagd

Bruno bleibt in Bayern

13. Juli 2006 Die Überreste des Ende Juni geschossenen Braunbären „Bruno“ bleiben in Bayern. „Er ist Eigentum des Freistaates“, sagte Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) am Donnerstag im Umweltausschuß des Bayerischen Landtages in München. Der Kadaver solle wissenschaftlichen Zwecken dienen und nicht kommerziell genutzt werden. Auch Italien hatte Ansprüche auf den Bären angemeldet.

Schnappauf verteidigte noch einmal den Abschuß des Bären. Die Tötung des Tieres sei am Ende unvermeidlich gewesen. Nach Einschätzung aller beteiligten Fachleute habe der offiziell „JJ1“ genannte Bär eine Gefahr für Menschen dargestellt. Von Anfang an sei der Abschuß empfohlen worden. Er habe sich aber gegen das Votum der Fachleute und für Fangversuche entschieden. Die Lage sei aber dann weiter eskaliert, das Tier habe immer weniger Scheu vor Menschen gezeigt und sei zu einem konkreten Unfallrisiko geworden.

Beschimpfungen und Morddrohungen nach Abschuß

„Die Entscheidung zum Abschuß ist allen Beteiligten außerordentlich schwergefallen. Niemand wollte „JJ1“ tot sehen“, sagte Schnappauf. Auch ein Betäubungsversuch wäre am Ende jedoch zu gefährlich gewesen. Schnappauf berichtete zudem von zahlreichen Beschimpfungen und Morddrohungen nach dem Abschuß des Bären. „Es ist unglaublich, was sich in diesen Tagen abgespielt hat“, sagte er.

Als Konsequenz aus den Erfahrungen mit „Bruno“ soll jetzt ein Bärenmanagement für den Freistaat eingerichtet werden. Es gebe dazu schon einen Entwurf, sagte Schnappauf. Darin enthalten seien eine aktive Öffentlichkeitsarbeit und eine Vermeidung von Schäden durch Prävention. Oberste Priorität habe aber die Sicherheit der Menschen.

Fangversuche des finnischen Teams scheiterten

Der aus Norditalien stammende „Problembär“ war vor seinem Abschuß im Grenzgebiet von Österreich und Bayern herumgestreunt. Wochenlange Einfangversuche eines finnischen Teams mit speziellen Bärensuchhunden scheiterten. Die Überreste Brunos sollen jetzt präpariert werden, was nach Angaben Schnappaufs einige Monate in Anspruch nehmen wird.



Text: dpa / F.A.Z., 14.07.2006, Nr. 161 / Seite 7
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa

 
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