28. Mai 2004 Die Zahl der Todesopfer durch die Überschwemmungen und Erdrutsche in Haiti und der Dominikanischen Republik ist auf fast 2000 gestiegen. Mehr als 1000 Tote seien in Mapou im Südosten Haitis entdeckt worden, das nur schwer erreichbar sei, sagte die Chefin des Zivilschutzes in der betroffenen Region. Damit stieg die Zahl der Toten in Haiti auf insgesamt 1660.
Besonders schwer betroffen ist die Stadt Mapou rund 50 Kilometer südöstlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Dort wurden bislang 300 Leichen geborgen. Eine Behördensprecherin erklärte, weitere Leichen würden noch unter den verschütteten Häusern vermutet. Zudem hätten die Rettungskräfte bislang zahlreiche Leichen noch nicht aus den Fluten bergen können.
Im Nachbarland Dominikanische Republik, das wie Haiti auf der karibischen Insel Hispaniola liegt, kamen nach Behördenangaben 300 Menschen ums Leben. Amerikanische und kanadische Soldaten brachten Hilfslieferungen in die betroffenen Gebiete. Schlamm und Erdrutsche haben jedoch zahlreiche Straßen unpassierbar gemacht und viele Ortschaften von der Versorgung abgeschnitten. Sintflutartige Regenfälle hatten am Wochenende die Insel Hispaniola heimgesucht, die zu Haiti und der Dominikanischen Republik gehört, und die Katastrophe ausgelöst. Viele Menschen wurden von den rasant steigenden Wassermassen im Schlaf überrascht. Die Dominikanische Regierung hat die Gegend um die Grenzstadt Jimani inzwischen zum Katastrophengebiet erklärt. Präsident Hipolito Mejia rief den Donnerstag zum nationalen Trauertag aus.
Wolkenbruchartige Regenfälle in den vergangenen Tagen hatten Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst. Tausende Menschen verloren ihr Obdach. Die Europäische Union (EU) will ein Hilfspaket für die beiden Länder in Höhe von rund zwei Millionen Euro bereitstellen.
Text: AP, Reuters
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