25. Mai 2006 Wo ist der Braunbär, der Bayern bedroht? Erst hatte er in der Nähe von Siedlungen in Oberbayern mehrere Schafe gerissen. Dann war er zu Wochenanfang in einen Hühnerstall eingedrungen. Da wurde es den Bayern zu bunt: Sie stuften den Bären als gefährlich ein und gaben ihn zum Abschuß frei - zum Verdruß von Tierschützern.
Tagelang nun setzten sich furcht- und fruchtlose Bärensucher auf die Spuren des Tieres. Da kam am Donnerstag Entwarnung: Er ist in Tirol! In einem Wald bei Thiersee lief der Gesuchte Mittwoch abend einem Fachmann über den Weg. Er hat mich angebrüllt, sagte Jagdpächter Michael Bischofer am Donnerstag im ORF-Radio Tirol. Erst habe er den Bären gar nicht erkannt. Dann sei er weggelaufen, schließlich aber noch mal zurück. Und dann ist er neben mir vorbeigegangen. Er war etwa 50 Meter von mir entfernt.
Keine Lizenz zum Schießen
Der Bär sei dann im Wald verschwunden. Bischofer sagte, er habe bei der Begegnung Angst gehabt: Ich wollte noch ein Foto machen, aber ich war zu aufgeregt.
Auch richtig zu schießen war nicht seine Absicht: Im Bezirk Kufstein darf nach Angaben des Tiroler Landesrats Anton Steixner nämlich anders als in Bayern nicht auf den Bären geschossen werden. Bischofers Hinweis lassen sich die eifrigen Bärenschützer nicht zweimal geben: Viele fuhren umgehend nach Kufstein. Die Suche geht weiter - sonst könnte noch jemand den guten Bären erschießen, den österreichische und italienische Medien liebevoll Bruno nennen.
Text: kn./F.A.Z., 26.05.2006, Nr. 121 / Seite 8