Erdbeben

Erschütterungen in Koblenz und im Rheinland

Ein Seismogramm des Erdbebens bei Kobelnz

Ein Seismogramm des Erdbebens bei Kobelnz

03. August 2007 Ein Erdbeben der Stärke 4,0 auf der Richterskala hat die Region um Koblenz erschüttert und die Menschen in Aufregung versetzt. Das Beben ereignete sich gegen fünf Uhr und hatte sein Epizentrum nahe Plaidt bei Koblenz, wie das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz in Mainz mitteilte. Selbst in 15 Kilometern Entfernung habe es sich angefühlt, als sei ein Zug am Haus vorbeigefahren, berichtete ein Sprecher des Koblenzer Polizeipräsidiums.

Eine halbe Stunde später gab es ein Nachbeben mit der Stärke 2,0. Der Polizei sind keine Schäden bekannt. Viele Bewohner haben jedoch besorgt bei den Behörden angerufen.

Bis zu 50 natürliche Beben jährlich

Das Epizentrum des Erdbebens liegt in Plaidt bei Koblenz

Das Epizentrum des Erdbebens liegt in Plaidt bei Koblenz

Nach Angaben des Landesamtes gibt es in Rheinland-Pfalz jährlich rund 25 bis 50 natürlich verursachte Erdbeben. Grund sei ein Riss in der Erdkruste, an dem es tektonische Spannungen gebe, sagte der Direktor des Landesamtes, Harald Ehses. Die Beben hätten in der Regel eine Stärke von 1,5 bis 3,0 auf der Richterskala. Die Stärke 4,0 komme im Durchschnitt etwa alle zehn Jahre vor, sagte Ehses. Solche Erschütterungen richteten in der Regel aber keine großen Schäden an. „Manche haben vielleicht ihre aus den Regalen gefallenen Bücher aufheben müssen“, erklärte der Direktor.

Beben auch im Rheinland

Auch im Rheinland war ein Beben zu spüren. Die Erdbebenwarte Bensberg bei Köln registrierte die Erschütterungen mit einer Stärke von 3,7 auf der Richterskala um drei Uhr morgens. Ein leichtes Beben sei auch im Raum Düsseldorf und Krefeld sowie im Sauerland zu spüren gewesen, teilte der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalens in Krefeld mit. Von Verletzten oder Sachschäden ist nichts bekannt.

Stärke 6,0 ist möglich

In der Region sind nach Angaben von Harald Ehses auch Beben mit der Stärke 6 denkbar. Dann sei mit größeren Schäden an Brücken, Häusern und Leitungen zu rechnen. Dies bestätigt auch Klaus-Günter Hinzen, Leiter der Erdbebenstation in Bensberg, die von der Universität Köln betrieben wird. Am 13. April 1992 war ein Beben mit einer Stärke von bis zu 6,0 als stärkste Erschütterung seit 1756 gemessen worden. Das Zentrum lag in der niederländischen Grenzstadt Roermond. Damals wurden mehr als 40 Menschen verletzt.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

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