Von Dieter Hoß
17. März 2002 Mit einer elftägigen, umfangreichen Wartungsmission hat ein Astronautenteam der amerikanischen Raumfahrtagentur Nasa das Weltraum-Teleskop Hubble auf den neusten Stand gebracht. Am vergangenen Dienstag landete der Wartungstrupp mit dem Shuttle Columbia wieder auf der Erde. Die Raumfahrer haben durch ihre Arbeit sichergestellt, dass eine der größten Erfolgsstorys in der Geschichte der Astronomie, der angeblich ältesten Wissenschaft überhaupt, fortgesetzt werden kann.
Das Hubble-Space-Telescope (HST) hat in seinen bisher knapp zwölf Dienstjahren unser Bild vom Universum nachhaltig verändert, ja es hat durch seine sensationellen Aufnahmen dem Universum für uns erst ein Gesicht gegeben. Denn nie zuvor war es der Menschheit möglich, so tief in die Unendlichkeit des Weltraums zu blicken. Das Teleskop machte Aufnahmen von zuvor unbekannten Himmelskörpern, zeigte erstmals Detail-Ansichten interstellarer Nebel, beobachtete spektakuläre Sternengeburten oder half beim Nachweis der Existenz Schwarzer Löcher - und das, obwohl es zu Beginn seiner Dienstzeit in Weltraum im Jahr 1990 auf Grund eines Montagefehlers zunächst fast blind war. Viele HST-Daten bildeten die Grundlage für neue Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Alls und die Entstehung von Planetensystemen.
Antworten auf die großen Fragen
Das HST-Projekt hat bereits rund ein Jahrzehnt vor der Realisierung der als größtes globales Projekt aller Zeiten gefeierten Internationalen Raumstation ISS die Fähigkeit der Wissenschaft zu internationaler Zusammenarbeit bewiesen. Das Teleskop ist ein Gemeinschaftsprojekt der Nasa und der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Sternenforscher aus zahlreichen Staaten nutzen Hubble für ihre Studien. Sie sind dabei auf der Suche nach den Antworten auf die großen Fragen der Astronomie - und damit der menschlichen Existenz: Wie groß ist das Universum wirklich? Und wie alt? Wird es sich auf ewig ausdehnen, somit für immer bestehen, oder wird es irgendwann in einem Big Crunch wieder in sich zusammenstürzen?
2009 kommt die nächste Generation
Mindestens bis zum Jahr 2009 wird das HST den Astronomen Hinweise liefern, die ihnen bei der Beantwortung dieser Fragen helfen. Dann soll Hubble durch ein Teleskop der nächsten Generation abgelöst werden - dem Next Generation Space Telescope (NGST). FAZ.NET würdigt in einem Dossier die astronomische Erfolgsgeschichte.
Text: @dho
Bildmaterial: FAZ.NET, Nasa