14. April 2005 Französische und italienische Forscher haben erstmals ein Rennpferd geklont. Wie von den beteiligten Labors in Evry bei Paris und im norditalienischen Cremona am Donnerstag zu erfahren war, wurde das Fohlen mit dem Kunstnamen Pieraz-Cryozootech-Stallion bereits am 25. Februar geboren.
Es handelt sich um eine Kopie des 20 Jahre alten Wallachs Pieraz, der in den 90er Jahren bei Langstreckenrennen mehrfach Weltmeister wurde. Vor zwei Jahren war erstmals ein Pferd - Prometea - geklont worden. Der Chef der Firma Cryozootech aus Evry, Eric Palmer, hatte seine Absicht erklärt, auch Rennpferde zu klonen.
Langstreckenrennen: Kein Stammbaum nötig
Die Wahl fiel auf ein Langstrecken-Pferd, weil die Bestimmungen für kurze Galopp- und Traberrennen die Teilnahme geklonter Pferde ausschließen. "Bei den Langstreckenrennen wird kein Stammbaum verlangt, sagte Palmer.
Die Gen-Kopie von Pieraz wurde mit der Technik des 1996 geborenen Klonschafs Dolly aus einer einzelnen Körperzelle des Wallachs gewonnen. Cryozootech stellte das Erbgut bereit, das Labor LTR-CIZ in Cremona übernahm die gentechnischen Arbeiten. Zwar wurde die Klon-Technik in den vergangenen Jahren immer wieder verbessert. Allerdings seien noch immer fast tausend geklonte Zellen erforderlich, bis schließlich ein geklontes Fohlen zur Welt komme.
Im Gegensatz zu Pieraz, der für den Rennsport kastriert wurde, müßte Pieraz-Cryozootech-Stallion bei einer komplikationsfreien Aufzucht auch eine Zukunft als Zuchthengst offenstehen.
Text: AFP
Bildmaterial: REUTERS