Terri Schiavo

Schiavos Eltern scheitern abermals vor Gerichten

Verzweifelter Kampf: Eltern und Schwester Terri Schiavos

Verzweifelter Kampf: Eltern und Schwester Terri Schiavos

30. März 2005 Auch der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat abermals einen Dringlichkeitsantrag der Eltern von Koma-Patientin Terri Schiavo abgelehnt, die künstliche Ernährung ihrer Tochter wieder aufzunehmen. Die Washingtoner Entscheidung kam am Mittwochabend nur wenige Stunden nach einer weiteren Niederlage für Bob und Mary Schindler vor einem Berufungsgericht in Atlanta.

Die Entscheidung des Obersten Gerichts wurde in einem Satz mitgeteilt; es war die zweite ablehnende Entscheidung der höchsten Richter seit dem 24. März und die sechste seit dem Jahr 2000. Sie war erwartet worden. Die höchsten Bundesrichter weisen regelmäßig Familienangelegenheiten an die Staatsgerichte zurück.

Jesse Jackson betet mit den Eltern

Jesse Jackson mit den Angehörigen von Terri Schiavo

Jesse Jackson mit den Angehörigen von Terri Schiavo

In den Streit um das Schicksal der Koma-Patientin hat sich auch der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson eingeschaltet. Jackson, von Beruf Geistlicher, traf am Dienstag mit den Eltern Schiavos zusammen und betete mit ihnen. Den bevorstehenden Tod der 41 Jahre alten Frau nannte er „eine Ungerechtigkeit“.

Es sei unnötig, ihr eine Magensonde oder Wasser zu verweigern, sagte Jackson. „Dies ist eine moralische Frage, und sie geht über Politik und Familienstreitigkeiten hinaus“, erklärte der Bürgerrechtler, der einst Präsidentschaftskandidat der Demokraten war.

Vertuschungsvorwurf begegnen

Der Ehemann der amerikanischen Komapatientin Terri Schiavo will nach ihrem Tod mit einer Autopsie die Schwere ihrer Hirnschäden nachweisen. Damit wolle sein Mandat Vorwürfe entkräften, er wolle mit der Einäscherung seiner Frau nach deren Tod irgendetwas vertuschen, sagte der Anwalt von Michael Schiavo am Montag.

Zwar sei es eigentlich unangebracht vor Terri Schiavos Tod über ihre Autopsie zu sprechen. Doch machten Vorwürfe an ihren Ehemann dies notwendig, sagte Anwalt George Felos. Terri Schiavo liegt seit 1990 nach einem Herzinfarkt mit schweren Hirnschäden im Wachkoma. Ihr Mann hatte nach jahrelangem Rechtsstreit gegen ihre Eltern die Einstellung der künstlichen Ernährung der 41jährigen durchgesetzt.

Nur noch kurze Zeit zu leben

Mit einem verzweifelten Hilferuf hatten die Eltern noch am Montag an den Gouverneur von Florida, Jeb Bush, appelliert, das Leben ihrer Tochter zu retten. Der Bruder des amtierenden Präsidenten George W. Bush hatte jedoch ausgeschlossen, sich über das Gerichtsurteil hinwegzusetzen und die Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung anzuordnen. Terri Schiavo ist seit rund zehn Tagen ohne Wasser und Nahrung und hat Experten zufolge nur noch kurze Zeit zu leben.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters, AP
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, REUTERS

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