Ehrungen

Yunus und Pamuk nehmen Nobelpreise entgegen

Eine aktive Umwelt für Arme schaffen: Mohammed Yunus

Eine aktive Umwelt für Arme schaffen: Mohammed Yunus

10. Dezember 2006 In Oslo und Stockholm sind am Sonntag die diesjährigen Nobelpreise an Preisträger aus Bangladesch, der Türkei und den Vereinigten Staaten verliehen worden. In der norwegischen Hauptstadt Oslo nahm der Bankier Mohammed Yunus den Friedensnobelpreis in Empfang. Das Nobelkomitee begründete die Vergabe der Auszeichnung an den 66jährigen Ökonomen aus Bangladesch und die von ihm gegründete Grameen Bank mit der erfolgreichen Vergabe von Kleinstkrediten an Arme. Dadurch hätten Millionen Menschen einen Ausweg aus akuter Armut gefunden, sagte Nobelkomitee-Chef Ole Danbolt Mjøs.

Yunus bezeichnete Armut als „Bedrohung für den Frieden“. Sie bedeute auch „das Fehlen jeglicher Menschenrechte“. Er sprach sich gegen Wohltätigkeit aus und verlangte statt dessen ein „neues soziales Unternehmertum“, das sich nicht an Profitmaximierung orientiere, sondern am „Nutzen für die Menschen und die Welt“. Die Nobelpreise sind mit jeweils zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert.

Wissenschaftliche Preise an sechs amerikanische Forscher

Im Stockholmer Konzerthaus überreichte der schwedische König Carl XVI. Gustaf den Literaturnobelpreis an den Schriftsteller Orhan Pamuk (54). Bei der feierlichen Zeremonie in Anwesenheit von Königin Silvia und allen drei Königskindern wurde Pamuk als erster Autor aus der Türkei ausgezeichnet, weil er, so die Schwedische Akademie, „bei der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt Istanbul neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden hat“.

Alle wissenschaftlichen Preise gingen an sechs Forscher aus den Vereinigten Staaten. Für eine bahnbrechende Methode zum gezielten Stummschalten von Genen teilten sich die Forscher Andrew Z. Fire (47) von der Stanford University in Kalifornien und Craig C. Mello (46) von der Massachusetts Medical School in Worcester den Medizinpreis.

Präzise Untersuchung des Urknall-Echos

Der Nobelpreis für Physik wurde den amerikanischen Astrophysikern John C. Mather (60) und George F. Smoot (61) für die präzise Untersuchung des Urknall-Echos überreicht. Alleiniger Preisträger für Chemie wurde Roger D. Kornberg (59) von der Universität Stanford in Kalifornien. Er bekam die Auszeichnung für die erste detailgenaue Beschreibung der lebenswichtigen Erbgut-Kopiermaschine in der Zelle.

Den Wirtschafts-Preis nahm der New Yorker Ökonom Edmund S. Phelps (73) für seine „Analyse vom Verhältnis kurz- und langfristiger Effekte in der Wirtschaftspolitik“ entgegen. Diese Auszeichnung wurde erst 1969 von der Stockholmer Reichsbank gestiftet, während alle anderen Nobelpreise nach der Stiftung durch den schwedischen Ingenieur und Unternehmer Alfred Nobel (1833-1896) seit 1901 vergeben werden.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AFP

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